Etihad bekommt angeblich doch direkt Geld vom Emir

23.05.2014 - 17:36 0 Kommentare

Etihad hat bislang immer bestritten, auf staatlichen Hilfen aufzubauen. Nun belegen öffentlich gewordene Finanzunterlagen angeblich das Gegenteil. Heikel könnte das auch für Air Berlin werden.

Die Vorstandschefs von Air Berlin und Etihad Airways, Wolfgang Prock-Schauer (rechts) und James Hogan.

Die Vorstandschefs von Air Berlin und Etihad Airways, Wolfgang Prock-Schauer (rechts) und James Hogan.
© dpa - Bernd Settnik

James Hogan, CEO der Etihad Airways

James Hogan, CEO der Etihad Airways
© Etihad Airways

James Rigney, Chief Financial Officer von Etihad Airways; Maurizio Merlo, CEO von Darwin Airline, James Hogan, Präsident und CEO von Etihad Airways, und Emilio Martinenghi, Präsident von Darwin Airline, stellen Etihad Regional auf der Dubai Air Show 2013 vor (von links)..

James Rigney, Chief Financial Officer von Etihad Airways; Maurizio Merlo, CEO von Darwin Airline, James Hogan, Präsident und CEO von Etihad Airways, und Emilio Martinenghi, Präsident von Darwin Airline, stellen Etihad Regional auf der Dubai Air Show 2013 vor (von links)..
© Etihad Airways

(v.l.n.r.): Dane Kondic, CEO Air Serbia; Aleksandar Vucic, Stellvertretender Ministerpräsident der serbischen Regierung; James Hogan, President und Chief Executive Officer von Etihad Airways

(v.l.n.r.): Dane Kondic, CEO Air Serbia; Aleksandar Vucic, Stellvertretender Ministerpräsident der serbischen Regierung; James Hogan, President und Chief Executive Officer von Etihad Airways
© Etihad Airways

Etihad Airways aus dem Emirat Abu Dhabi soll angeblich massiv von finanziellen Unterstützungen der Herrscherfamilie profitieren. Das jedenfalls behaupten australische Presseberichte und verweisen auf ein öffentlich gewordenes 14-seitiges Papier (hier das PDF), das interessante Einblicke in die bislang geheim gehaltenen Finanzinterna der staatlichen Airline der Vereinigten Arabischen Emirate bietet.

Demnach soll Etihad im Jahr 2008 per königlichem Dekret einen Kredit von rund drei Milliarden Dollar erhalten haben. Laut der Dokumente ist das Darlehen zinslos und wird erst im Jahr 2027 fällig. Das Papier, das im Jahr 2010 von der mittlerweile zur PWC-Gruppe gehörenden Booz&Co-Strategieberatung aufgesetzt wurde, zeigt die Strategie der Herrscherfamilie, mit Etihad Airways einen fundamentalen Beitrag zur Wirtschaft des Emirats beitragen zu wollen.

Dieses Ziel lässt sich der Emir offensichtlich einiges kosten und hat die Airline daher offenbar zudem mit einem großzügigen Eigenkapital ausgestattet. Trotz Verlusten von rund 2,4 Milliarden Dollar in den Jahren 2007 bis 2010 lag das Kapital der Airline 2010 immer noch bei 3,5 Milliarden Dollar. Die Airline hat sich offiziell bislang nicht zu den Papieren geäußert. Peinlich ist des Inhalt des Dokuments, weil Etihad-Chef James Hogan bislang immer strikt dementiert hat, staatliche Subventionen zu erhalten. Konkurrierende Fluggesellschaften wie Lufthansa hatten immer das Gegenteil behauptet.

© Etihad Airways, Lesen Sie auch: Etihad kann mit Etihad Regional noch nicht richtig durchstarten

Mögliche Folgen für Air-Berlin-Beteiligung

Die Fluggesellschaft, die anders als etwa Emirates Airline aus dem Nachbaremirat Dubai keine offiziell testierten Bilanzen veröffentlicht, hatte sich zuletzt bei zahlreichen Fluggesellschaft finanziell stark engagiert. Dazu gehört auch Air Berlin. Vor zwei Jahren war die arabische Fluggesellschaft zu 29 Prozent bei den Berlinern eingestiegen und hatte der deutschen Airline seitdem mehr als einmal finanziell aus der Klemme geholfen.

Für die deutsche Beteiligung der Etihad könnten die neuen Enthüllungen daher sogar gefährlicher als nur ein Gesuchtsverlust sein. So wurden die kürzlich von Etihad an Air Berlin überwiesenen 300 Millionen Euro in Form einer Wandelanleihe von der Bundesregierung noch nicht endgültig geprüft.

Insgesamt könnten die nun öffentlich gewordenen Dokumente die Zweifel verstärken, ob Air Berlin noch unabhängig handelt oder tatsächlich von Etihad beherrscht wird. Die EU-Kommission prüft aktuell, in wie weit die Beteiligungen der arabischen Fluggesellschaft bei ihrer deutschen Tochter mit den geltenden europäischen Richtlinien übereinstimmen.

Die EU hat ein Auge auf die Beteiligungen der Etihad geworfen, weil die Airline mit Air Berlin, Air Serbia und möglicherweise Alitalia gerade am Aufbau eines europäischen Partnernetzes strickt. Grundlage soll dafür auch Etihad Regional sein, die mit Flugzeugen der schweizer Darwin Airline den Betrieb aufgenommen hat.

Von: airliners.de
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