Etihad Airways gerät unter Druck und kündigt Stellenabbau an

19.12.2016 - 15:03 0 Kommentare

Etihad Airways muss sparen. Während die Fluggesellschaft aus Abu Dhabi in Europa ihre Beteiligungen neu ausrichtet, steht sie zu Hause selbst vor Problemen. Die Folge sind Umstrukturierungen und ein Stellenabbau.

James Hogan, CEO der Etihad Airways - © © Etihad Airways -

James Hogan, CEO der Etihad Airways © Etihad Airways

Etihad Airways muss sich umstrukturieren. Vor dem Hintergrund einer "abgeschwächten weltwirtschaftlichen Konjunktur in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld" erkunde man ständig neue Wege zur Verbesserung der Effizienz, heißt es in einem Statement der Fluggesellschaft.

Die Umstrukturierungen würden auch zu einem Stellenabbau führen, räumte die Fluggesellschaft ein, ohne konkreter zu werden. Es gehe darum, Kosten zu reduzieren und gleichzeitig Produktivität und Umsatz zu steigern. Man werde in einer "fairen, strukturierten und transparenten Weise" vorgehen. Ziel sei, in Zukunft weiter "in Wachstum investieren" zu können.

Bis zu 15 Prozent der Stellen stehen laut Medienbericht zur Disposition

Bereits seit einiger Zeit mehren sich die Berichte über einen Personalrückbau bei Etihad. Schon seit Ende März gilt bei Etihad ein Einstellungsstopp, der zunächst bis zum Jahresende angekündigt war. Die Folgen der Sparmaßnahmen sind offenbar bereits zu spüren. "Alle Umstände sind hart", sagte ein Etihad-Mitarbeiter gegenüber airliners.de: "Es wird überall versucht zu sparen."

Die jetzt angekündigten Stellenstreichungen betreffen Medienberichten zufolge verschiedene administrative Bereiche sowie Jobs in der Kabine und am Boden. Bloomberg nennt 1000 bis 3000 Stellen, die im Zuge der Umstrukturierungen zur Disposition stehen. Das entspricht fünf bis 15 Prozent der rund 20.000 direkt bei Etihad Beschäftigten.

Ölpreise drücken Gewinne aller Golf-Carrier

Etihad ist neben Emirates Airline aus Dubai und Qatar Airways aus Doha eine der drei großen Fluggesellschaften vom Persischen Golf. Alle drei Golfcarrier waren in den vergangenen Jahren stark gewachsen und leiden nun durch den niedrigen Ölpreis, der sich in der Region sofort negativ auf die Nachfrage auswirkt. So musste Emirates gerade erst einen Gewinneinbruch um 64 Prozent ausweisen - ein Ergebnis, dass die Iata für die gesamte Region prognostiziert.

© Iata, Lesen Sie auch: Iata: Airlines müssen sich auf Gewinnrückgang einstellen

Die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emiraten mit Sitz in Abu Dhabi war in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Etihad betreibt aktuell eine Flotte von rund 120 Flugzeugen und bedient etwas über 100 Destinationen in knapp 60 Ländern. Strategisch hat sich die Airline durch Zukäufe breiter aufgestellt und große Anteile an finanziell weniger gut aufgestellten Fluggesellschaften wie etwa Alitalia übernommen.

In Deutschland gehört Air Berlin zur "Equity-Alliance" der Araber. Um die finanziellen Verluste mit ihrer deutschen Beteiligung einzugrenzen, strukturiert Etihad die Berliner Fluggesellschaft gerade komplett um. In diesem Zuge werden 40 Air-Berlin-Flugzeuge zukünftig für die Lufthansa Group eingesetzt. Lufthansa stellt im Gegenzug den neuen Air-Berlin-Chef und wird Codesharing-Partner der Lufthansa.

© AirTeamImages.com, Montage: airliners.de, TT (Lufthansa), Derek Pedley (Etihad) Lesen Sie auch: Lufthansa und Etihad arbeiten zusammen

Von: dh
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