Etihad Airways prüft wohl doch Einstieg bei Alitalia

12.12.2013 - 14:55 0 Kommentare

Noch vor drei Monaten lehnte Etihad-Chef James Hogan einen Einstieg bei der schlingernden Alitalia ab. Doch laut einem Medienbericht nehmen Manager der arabischen Airline die Bücher der Alitalia derzeit unter die Lupe.

Alitalia Airbus A320-200 - © © AirTeamImages.com - Simone Ciaralli

Alitalia Airbus A320-200 © AirTeamImages.com /Simone Ciaralli

Die kriselnde Alitalia kann laut einem Pressebericht möglicherweise doch auf Hilfe von Etihad Airways hoffen. Die Araber würden derzeit die Finanzen der Italiener unter die Lupe nehmen, um bei positiver Bewertung einen Minderheitsanteil von bis zu 49 Prozent zu übernehmen, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person. Eine Entscheidung soll noch vor dem 25. Dezember fallen. Etihad und Alitalia lehnten eine Stellungnahme dem Bericht zufolge ab. Noch Ende September hatte Etihad-Chef James Hogan einen Einstieg bei Alitalia klar ausgeschlossen. "Wir sind keine Bank", sagte er bei einem Kongress in Köln.

Alitalia benötigt dringend einen Partner und frisches Geld. Die angelaufene Kapitalerhöhung über 300 Millionen Euro sollte inzwischen gesichert sein, auch wenn der größte Aktionär, die französisch-niederländische Fluglinie Air France-KLM, eine Beteiligung abgelehnt hat. Eine offizielle Vollzugsmeldung der Italiener steht jedoch noch aus.

Das frische Geld dürfte Alitalia nur vorübergehend in der Luft halten. Das Management sucht händeringend nach einem Partner, der dem Unternehmen eine langfristige Perspektive für das verlustreiche Geschäft bietet. Derzeit fliegt Alitalia täglich sechsstellige Verluste ein. Aeroflot und Qatar Airways hatten einen Einstieg laut Medienberichten abgelehnt. Ein Angebot von Ryanair-Chef Michael O'Leary, künftig mit den Italienern zusammenzuarbeiten, lehnte Alitalia laut Medienberichten ab.

Etihad Airways aus dem arabischen Emirat Abu Dhabi war bereits bei Air Berlin und anderen Fluggesellschaften als Minderheitsaktionär eingestiegen und versucht mit solchen Bündnissen, ihr weltweites Zubringernetz auszubauen. Jüngster Coup war der Einstieg bei der schweizerischen Darwin Airline, die künftig als Etihad Regional Zubringerverkehre in Europa fliegt. Eine Zustimmung der Regulierungsbehörden steht hier noch aus.

Neben Air Berlin (29 Prozent) ist Etihad derzeit an der indischen Jet Airways (24 Prozent), Air Seychelles (40 Prozent), Virgin Australia (19,9 Prozent) und Aer Lingus (drei Prozent) beteiligt. Ab Januar 2014 greift die 49-prozentige Beteiligung der Airline an Air Serbia (ehemals Jat Airways).

Von: dpa, airliners.de
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