Halbjahreszahlen: Lufthansa übertrifft die Erwartungen

31.07.2018 - 08:17 0 Kommentare

Stagnierender Umsatz und sinkender Gewinn. Die Lufthansa Group legt ihre Halbjahresbilanz vor. Analysten hatten mit weitaus schlechteren Werten gerechnet.

Mitarbeiter vor einer neu lackierten Lufthansa-Maschine. - © © dpa - Axel Heimken

Mitarbeiter vor einer neu lackierten Lufthansa-Maschine. © dpa /Axel Heimken

Die Lufthansa Group hat ihren Finanzbericht für das zweite Quartal vorgelegt. Demnach stagnierte der Umsatz im ersten Halbjahr bei 16,9 Milliarden Euro (minus 0,1 Prozent). Der operative Gewinn sank um 2,0 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro.

Lufthansa-Ebit in den ersten Halbjahren 2008-2017
Angaben in Millionen Euro
2009 -198
2010 64
2011 -128
2012 -166
2013 -79
2014 82
2015 463
2016 518
2017 1031
2018 1010

Jeweils 1 Januar - 30. Juni. Quelle: Lufthansa

Im zweiten Quartal sank das Ebit zwar um etwas mehr als drei Prozent auf 983 Millionen Euro, doch Analysten hatten mit einem deutlich größeren Minus gerechnet. Sie gingen laut der Finanznachrichtenagentur "Bloomberg" von einem Gewinnrückgang um sogar 14 Prozent auf 638 Millionen Euro aus. Nach Ansicht von Analyst Per-Ola Hellgren von der Landesbank Baden-Württemberg kann Lufthansa den jüngsten Problemen auf dem deutschen Flugmarkt kaum entgehen.

Investitionen und Verschuldung nehmen zu

Was für ein Kraftakt letztlich die Integration von Teilen der Air Berlin darstellt, wird in dem Finanzbericht vor allem an zwei Werten deutlich: Die Investitionen stiegen im ersten Halbjahr um fast 40 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Gleichzeitig verdoppelte sich die Nettokreditverschuldung, also der Schuldenstand abzüglich der Barmittel, auf fast 2,6 Milliarden Euro.

Investitionen im ersten Halbjahr
Angaben in Millionen Euro
2009 1165
2010 974
2011 1437
2012 1385
2013 1352
2014 1548
2015 1498
2016 1167
2017 1397
2018 1927

jeweils 1. Januar bis 30. Juni. Quelle: Lufthansa Group

Lufthansa hat nach eigenen Angaben rund 70 Maschinen übernommen, die bislang die insolvente Konkurrentin betrieb. Bei der Integration in die Billigplattform Eurowings kommt es immer wieder zu Problemen im Flugplan.

Eurowings will Niki-Jets als Puffer

Eurowings-Operations-Chef Michael Knitter räumte jüngst ein, dass man durch die Air-Berlin-Integration weniger flexibel auf andere Faktoren wie Unwetter und Fluglotsenstreiks reagieren könnte. Denn der Kranich-Billigplattform fehlen vor allem Reserven in der Flotte; zehn Jets der Niki musste Lufthansa an Lauda Motion vermieten, diese will der Konzern nun für Eurowings zurück.

© AirTeamImages, Wolfgang Mendorf Lesen Sie auch: Lufthansa will Niki-Jets für Eurowings zurück

Den geplanten Ausbau ihres Flugangebots streicht die Lufthansa indes noch einmal leicht zusammen. Statt um 8,5 Prozent, wie zuletzt geplant, soll es in diesem Jahr nun nur noch um acht Prozent wachsen. Im Januar hatte der Vorstand sogar zwölf Prozent angepeilt, diesen Plan aber wegen der schwierigen Integration des Air-Berlin-Geschäfts und der verspäteten Auslieferung neuer Airbus-Mittelstreckenjets bereits im Frühjahr gekappt.

Spohr hält an Gewinnprognose fest

Für das laufende Jahr rechnet Konzernchef Carsten Spohr weiterhin damit, dass der operative Gewinn nur leicht hinter den fast drei Milliarden Euro aus dem Rekordjahr 2017 zurückbleibt.

Konzerntöchter

Positiv verlief das erste Halbjahr vor allem aus Sicht der klassischen Konzernfluglinien Lufthansa und Swiss, die ihren operativen Gewinn deutlich steigerten. Die österreichische Tochter Austrian sackte wegen zahlreicher Flugausfälle zum Jahresbeginn leicht in die Verlustzone. Im Frachtgeschäft lief es erneut gut: Lufthansa Cargo konnte ihren operativen Gewinn im ersten Halbjahr um 60 Prozent auf 125 Millionen Euro steigern.

Von: cs
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus