Erster Zwischenbericht zu MH370 fordert Echtzeit-Überwachung

02.05.2014 - 13:16 0 Kommentare

Die malaysische Regierung hat einen ersten Zwischenbericht zum Stand der Suche nach Flug MH370 veröffentlicht. Neben detaillierteren Grafiken und einem Audio-Mitschnitt der letzten Funksprüche gibt es eine Empfehlung.

Der malaysische Premierminister Najib Razak. - © © EPA/ - LUONG THAI LINH

Der malaysische Premierminister Najib Razak. © EPA/ /LUONG THAI LINH

Der erste offizielle Zwischenbericht zur weiterhin verschwundenen Boeing 777 der Malaysian Airlines hat kaum neue Erkenntnisse gebracht. Der Bereicht zeigt lediglich, wie lange Airline und Behörden nicht wussten, womit sie es zu tun haben. Fast vier Stunden dauerte es, bis eine offizielle Notfallmendung herausgegeben wurde.

Die meiste Zeit ging dabei verloren, weil die malaysische Flugsicherung den Angaben der Malaysia-Airlines-Zentrale Glauben schenkte, das Flugzeug befände sich im normalen Reiseflug über Kambodscha. Der Notfall wurde erst erklärt, nachdem die Airline den Behörden mitteilte, dass die im Fluglagezentrum zu MH370 angezeigten Positionsdaten nicht vom Flugzeug stammen sondern anhand von Flugparametern errechnet werden.

Nun fordern die malaysischen Ermittler die Einführung einer Echtzeit-Positionsüberwachung von zivilen Flugzeugen. Die ICAO solle die Vorteile evaluieren, die die Einführung eines Standards zur ständigen Positionsbestimmung von Verkehrsflugzeugen haben könne.

Der Bericht war schon am 9. April an die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation ICAO übergeben worden, die derartige Krisenberichte binnen 30 Tagen nach solchen Vorfällen verlangt. Das mehrseitige Dokument wurde nun Medienvertretern per E-Mail zugesandt und enthielt im Wesentlichen eine stichpunktartige Zusammenfassung von bekannten Informationen zu der verschollenen Maschine sowie Grafiken, eine Passagier- und Frachtliste sowie eine Audio-Datei der Gespräche zwischen Cockpit und Fluglotsen:

Die Regierung erklärte anlässlich der Veröffentlichung des Berichts, solange die Informationen nicht die Suchaktion und die weiteren Ermittlungen behinderten, müssten sie "im Interesse der Offenheit und Transparenz veröffentlicht werden". Malaysias Ministerpräsident Najib Razak hatte die Verzögerung von drei Wochen bis zur endgültigen Veröffentlichung mit "internen" Prüfungen des Dokuments durch Experten begründet. Seine Regierung war wiederholt für ihre Informationspolitik angesichts der Tragödie kritisiert worden - vor allem von verzweifelten Hinterbliebenen der Passagiere.

Suche im südlichen Indischen Ozean kann Monate Dauern

Der Koordinator der internationalen Suche nach dem verschollenen Flugzeug der Malaysia Airlines hält den südlichen Indischen Ozean weiterhin für das richtige Suchgebiet. Obwohl dort bislang keine Hinweise auf die Maschine gefunden wurden und eine australische Firma jüngst behauptete, das Wrack im Golf von Bengalen geortet zu haben, soll die Suchaktion wie gehabt fortgesetzt werden. «Ich bin überzeugt, dass das Gebiet im Südlichen Ozean das richtige Suchgebiet ist», sagte der australische Koordinator Angus Houston am Freitag in Kuala Lumpur.

Drei bangladeschische Marineschiffe seien im Golf von Bengalen unterwegs. «Bis jetzt haben sie nichts gefunden», sagte Angus. Der malaysische Verkehrsminister Hishamuddin Hussein schloss sich der Sichtweise an, wonach die Maschine mit 239 Menschen an Bord über dem Indischen Ozean verschwunden sei. Die nun begonnene Unterwassersuche mit der entsprechenden Ausrüstung könne bis zu zwölf Monate dauern, sagte Houston. Flug MH370 ist seit dem 8. März verschollen.

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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