Erster Passkontrollautomat am Flughafen Frankfurt in Betrieb

16.10.2009 - 17:49 0 Kommentare

Die Bundespolizei hat am Flughafen Frankfurt den bundesweit ersten Automaten zur Passkontrolle in Betrieb genommen. Das Gerät soll Wartezeiten verkürzen und Personal einsparen. Notwendig ist ein Reisepass mit einem Speicherchip.

Automatische Passkontrolle am Flughafen Frankfurt - © © dpa -

Automatische Passkontrolle am Flughafen Frankfurt © dpa

Reisende auf dem Frankfurter Flughafen können ihren Pass seit Freitag von einem Automaten überprüfen lassen. Die Maschine übernimmt die Arbeit der Grenzbeamten und soll damit die Warteschlangen verkürzen.

Nach dem Testlauf in Frankfurt soll das System zügig bundesweit eingeführt werden, teilte die Bundespolizei mit. Möglich wird die neue Identitätskontrolle, weil Computer die persönlichen Daten nutzen.

Vollautomatisch wird auch der Name jedes Fluggastes erstmals mit dem Fahndungsregister abgeglichen. Laut Bundesinnenministerium können die Daten nicht in falsche Hände geraten und würden wieder gelöscht.

Voraussetzung für das Nutzen des neuen Systems ist ein Reisepass, der bereits über einen Speicherchip für biometrische Daten wie den Fingerabdruck verfügt. Das ist bei allen jüngst ausgestellten EU-Pässen schon der Fall. In Deutschland ist rund jeder dritte Reisepass ein solcher sogenannter ePass.

An dem neuen Kontrollautomaten halten die Fluggäste ihren Pass auf eine Lesefläche. Der Scanner liest in nur fünf Sekunden Passnummer, Namen, Geburtstag und Länderkennung aus - und gleicht sie mit laufenden Fahndungen ab. Dann öffnet sich eine erste Schranke, das Gesicht des Reisenden wird fotografiert und mit dem Bild abgeglichen, das vorher aus dem Pass herausgelesen wurde. So ist sicher, dass Pass und Fluggast übereinstimmen.

«Ein großer Gewinner mit diesem Projekt ist unsere innere Sicherheit. Denn die Verwendung falscher Pässe spielt gerade bei der organisierten Kriminalität, etwa dem Drogenhandel, eine ganz wichtige Rolle», sagte der Staatssekretär des Bundesinnenministeriums, August Hanning.

Außerdem beschleunige des System die Grenzabfertigung deutlich - der Gang durch die automatische Schleuse dauert weniger als 15 Sekunden. «Das Personal, das wir bei dieser Routineaufgabe einsparen können, setzen wir an anderen Stellen verstärkt ein. Etwa für mehr Streifen auf dem Flughafen», sagte der Vizepräsident der Bundespolizei, Ralf Göbel.

Gesetze erlauben die automatisierte Einreisekontrolle und auch den Abgleich mit der Fahndungsliste. Bisher geschah das nur, wenn der Kontrolleur einen Verdacht gegen Reisende hegte. Der Testlauf mit dem Prototypen in Frankfurt läuft bis März. Dann soll München folgen. Über die Kosten wurde nichts bekannt.

Von: dpa
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