Erste Prognose für Düsseldorf-Kontrollen

Exklusiv 15.12.2017 - 08:00 0 Kommentare

An den Kontrollstrecken des Flughafens Düsseldorf machte Dienstleister Kötter in diesem Sommer keine besonders gute Figur. Die Bundespolizei gibt nun eine erste Prognose für 2018; Kötter verspricht, nachzubessern.

Kontrolle am Airport: Erste Prognose für Düsseldorf 2018.Foto: © dpa, Oliver Berg

Die Bundespolizei hat einen ersten Vorgeschmack auf das zu erwartende Kontrollaufkommen am Flughafen Düsseldorf gegeben. Wie Mitarbeiter des Sicherheitsdienstleisters Kötter gegenüber airliners.de berichten, habe Chef Peter Lange auf einer Personalversammlung des Sicherheitsdienstleisters Kötter einen Einblick in die Zahlen gegeben.

So plant die Bundespolizei der ersten sogenannten Wissensmitteilung zufolge im Juli mit rund 118.000 Kontrollstunden - in diesem Jahr waren es knapp 100.000. Die Bundespolizei will auf Nachfrage die Zahlen "aufgrund von übergeordneten sicherheitsrelevanten Erwägungen" nicht bestätigen. Kötter führt im Auftrag der Bundespolizei unter anderem die Fluggastkontrollen am NRW-Airport durch.

Über 200 Mitarbeiter mehr

Im Gleichschritt möchte Kötter seinen Personalpool anpassen. Bislang umfasst dieser rund 870 Sicherheitsmitarbeiter für den Flughafen Düsseldorf. Mit Beginn der NRW-Osterferien im Ende März will das Essener Unternehmen 100 Mitarbeiter einstellen, kurz vor den Sommerferien sollen noch einmal 130 dazukommen. Kötter-Chef Peter Lange bestätigt im Interview mit airliners.de, dass die Personaldecke am NRW-Airport "bis zur Jahresmitte sukzessiv" um rund 250 Mitarbeiter aufgestockt wird.

Wir werden damit unser Personaldefizit ausgleichen und uns auf das angekündigte zehn prozentige Passagierwachstum komplett vorbereiten.

Peter Lange, Chef von Kötter

Rein rechnerisch könnte die Personaldecke für die bislang prognostizierten Kontrollstunden ausreichen. Allerdings kann die Bundespolizei die Wissensmitteilung quartalsweise anpassen; die beauftragten Sicherheitsunternehmen richten danach die Größe ihres Personalpools aus.

Verdi fordert Untergrenze

So weit die Theorie. In der Praxis ist Ende April dieses Jahres die Prognose für den Juli von etwa 85.000 auf rund 100.000 Kontrollstunden erhöht worden. Was dann passierte, ist allen Beteiligten noch gut im Gedächtnis: Kötter erklärte, dass es mit der Rekrutierung nicht nachkomme, an den Kontrollstrecken entwickelten sich lange Schlangen, die Mitarbeiter stellten eine Überlastungsanzeige gegen den Arbeitgeber und schlussendlich mussten vier befreundete Unternehmen Kötter aushelfen, den Ansturm zu bewältigen.

"Die quartalsweise aktualisierte Bedarfsprognose hat sich damit selbst enttarnt", konsterniert Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim. "Wir erwarten, dass Personalreserven vorgehalten werden, damit wir nicht wieder in so eine Situation wie im Sommer kommen und das Bestandspersonal leidet."

Der Verdi-Mann sieht hier ganz klar die Bundespolizei an der Pflicht, nach zu bessern. "Wir brauchen ein System mit einer festen Untergrenze an Kontrollstunden", so der Vorschlag. Liegt der tatsächlich benötigte Bedarf unter dieser Grenze, zahlt die Bundespolizei dennoch die volle Summe. "So ist immer eine gewisse Größe des Personalpools gesichert und der Dienstleister hat und die Szenen aus dem Sommer können sich nicht so einfach wiederholen."

Kötter-Chef setzt auch auf mehr Dialog

Kötter-Chef Peter Lange schlägt im Interview mit airliners.de dennoch eine weitergehende Lösung vor: "Wir wollen im kommenden Jahr Gespräche mit der Bundespolizei, dem Flughafenbetreiber und den Airlines aufnehmen, um auf bevorstehende Peaks noch frühzeitiger gemeinsam reagieren zu können."

© Kötter, Lesen Sie auch: Kötter-Chef Lange: "Es gibt keine Denkverbote" Interview

Die von der Bundespolizei ausgegebenen Quartalsprognosen seien für den Dienstleister "eine zentrale Säule", allerdings wolle man als Dienstleister ergänzende Wege finden, "laufend das Geschehen im Luftverkehr zu beobachten und zu bewerten".

Von: cs
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