Erste Flugausfälle wegen 737-Max-Grounding in Deutschland

05.04.2019 - 07:02 0 Kommentare

Die polnische LOT fliegt vorübergehend weniger nach Nürnberg. Grund ist das Grounding der Boeing 737 Max 8, die die Fluggesellschaft eigentlich auf der Strecke einsetzt. Auch andere Airlines streichen in Deutschland Flüge.

Boeing 737 Max 8 der LOT Polish Airlines. - © © AirTeamImages.com - 4x6zk-moni shafir

Boeing 737 Max 8 der LOT Polish Airlines. © AirTeamImages.com /4x6zk-moni shafir

In den kommenden zwei Monaten wird es weniger Flüge zwischen Warschau und Nürnberg geben. Die polnische Airline LOT muss aufgrund des weltweiten Groundings der Boeing 737 Max Flüge aussetzen. Ein Sprecher der Fluggesellschaft sagte auf Anfrage von airliners.de: "In den Monaten April und Mai 2019 werden insgesamt 13 Rotationen gestrichen, also 1.5 pro Woche". Insgesamt biete man in dem Zeitraum auf der Strecke aber weiterhin rund 120 Flüge an.

LOT hat fünf Boeing 737 Max 8 in ihrer Flotte von insgesamt 85 Flugzeugen. Die Streichungen in Nürnberg seien Ergebnis der Netzwerkplanung, da die Rotation auf der Warschau-Nürnberg-Verbindung besonders kurz sei, hieß es von der Airline. Andere Destinationen in Deutschland seien nicht betroffen.

Weitere Airlines planten Boeing 737-Max-Flüge nach Deutschland

Eine Analyse der Flugplandaten für die aktuelle Sommerflugplanperiode zeigt, dass neben den deutschen Airlines Tuifly und Sun Express weitere drei Fluggesellschaften Flüge mit der Boeing 737 Max nach Deutschland geplant hatten. Neben LOT handelt es sich dabei um die Fluggesellschaften Norwegian und Icelandaair.

Die Isländer planten, rund ein Drittel ihres Deutschlandangebots im Sommer mit der 737 Max abzudecken. Um die Auswirkungen auf den Flugplan zu minimieren, hat die Fluggesellschaft nun kurzfristig einen Leasingvertrag über zwei Boeing 767 abgeschlossen, sgte ein Sprecher auf Anfrage. Das erste Flugzeug komme Mitte April in Betrieb, das zweite Anfang Mai. "Beide Flugzeuge werden bis Ende September in Betrieb sein." Gleichzeitig arbeite man daran, ein drittes Flugzeug zu leasen, das im Sommer 2019 in die Flotte aufgenommen wird.

Bei Norwegian hätte der Max-Anteil bei rund 20 Prozent gelegen. Eine Sprecherin des Billigfliegers teilte auf Anfrage mit, dass man durch das Grounding einige Flüge stornieren müsse, auch nach Deutschland. Allerdings sei die Zahl der Stornierungen in Deutschland sehr klein. Norwegian ist der größte 737-Max-Betreiber in Europa.

Die entstandenen Ausfälle werde man durch eine Neuplanung ausgleichen. Darüber hinaus habe die Airline "auch ein paar" Wet-lease-Flugzeuge im Einsatz. "Was als nächstes passiert, liegt in den Händen der europäischen Luftfahrtbehörden, aber wir hoffen, dass unsere Max bald in der Luft sein werden", so die Sprecherin.

Tui muss Kapazitäten hinzuleasen

Während LOT die Max-Lücken durch eine veränderte Flugplanung ausgleichen kann, sind andere Airlines gezwungen, Flugzeuge kurzfristig hinzuzuleasen. So hatte der Reisekonzern Tui kürzlich angekündigt, die geplanten Boeing-737-Max-Kapazitäten durch eine längere Nutzung von Maschinen auszugleichen, die eigentlich durch die Boeing 737 Max ersetzt werden sollten. Zudem müsse man zusätzliche Flugzeuge am Markt "wet" hinzuleasen.

Eigentlich wollte der Konzern bis Ende Mai eigentlich acht weitere Maschinen der Reihe in seine Flotte aufnehmen – unter anderem auch erstmalig bei seiner deutschen Tochter Tuifly. Die Auslieferungen sind derzeit gestoppt.

Neben Tuifly ist hierzulande Sun Express Deutschland die einzige andere Fluggesellschaft, die Boeing 737 Max betreiben wollte. Eigentlich sollte der Ferienflieger vor Beginn des touristischen Sommers ihre ersten zwei Modelle übernehmen.

Gegenüber der "Welt" sagte Sun-Express-Chef Jens Bischof, dass man nun an einem "Plan B und Plan C" arbeite. Sollte es nötig werden, wolle man auch Ersatzkapazitäten durch das Anmieten von Flugzeugen schaffen. Allerdings könne dies schwer werden, da der Markt an Zusatzkapazitäten und Flugzeugen „leergefegt ist" so Bischof weiter.

Von: br
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