Erneute Verzögerungen am BER

22.05.2018 - 07:51 0 Kommentare

Nach sieben verschobenen Eröffnungen ist der Start am neuen Hauptstadtflughafen BER für Herbst 2020 geplant. Doch Berichte von Prüfern und Zuständigen für die Projektsteuerung lassen daran zweifeln.

Ein Baugerüst steht in einem Gebäude des neuen Hauptstadtflughafens BER. - © © dpa - Patrick Pleul

Ein Baugerüst steht in einem Gebäude des neuen Hauptstadtflughafens BER. © dpa /Patrick Pleul

An dem von Pannen und Terminverschiebungen geplagten neuen Hauptstadtflughafen BER gibt es neue Probleme - diesmal bei der Kabel-Sanierung. Der Bericht einer Projektsteuerungsfirma stelle fest, dass sie elf Monate hinter dem Zeitplan liege, schreibt die "Bild am Sonntag". Weitere Verzögerungen hätten eine "Eintrittswahrscheinlichkeit von 50 Prozent". Der interne Statusbericht vom April dieses Jahres führe 863 "wesentliche Mängel" für das Hauptterminal auf, das Abarbeiten dauere zu lange.

Bereits im Februar habe der Tüv Rheinland der Flughafengesellschaft mitgeteilt, dass die Betriebssicherheit und Wirksamkeit für die bemängelten Anlagen nicht abschließend bescheinigt werden könne, heißt es in der Zeitung. Zuvor habe das Unternehmen nach mehrmonatiger Prüfung einen 466 Seiten starken Bericht zur Sicherheitsstromversorgung und Sicherheitsbeleuchtung vorgelegt.

FBB bestätigt den Bericht

Flughafen-Sprecher Hannes Stefan Hönemann bestätigte die Existenz der Dokumente, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass der Bericht der Projektsteuerungsfirma den Stand von Mitte April, also von vor fünf Wochen, widerspiegele. Seitdem seien Gegenmaßnahmen ergriffen und erfolgreich umgesetzt worden. Mängel wurden demnach beseitigt oder würden aktuell beseitigt. So seien etwa die Teams der zuständigen Baufirma verstärkt worden. Am geplanten Eröffnungstermin des BER im Oktober 2020 änderten die jüngsten Probleme nichts, betonte Hönemann.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus, Florian Graf, sagte: "Berlins Steuerzahler sind es leid, dass die Wahrheit über den Pannen-Flughafen BER immer nur scheibchenweise herauskommt. Es kann nicht sein, dass wir von neuen Pannen erst aus Medien erfahren. Rot-Rot-Grün muss den Widerstand gegen einen neuen Untersuchungsausschuss zum BER endlich aufgeben."

© Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Günter Wicker Lesen Sie auch: "Die sieben Milliarden sind falsch" Interview mit Flughafenchef Lütke-Daldrup

Von: cs, dpa
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