Tarifkonflikt im Sicherheitsgewerbe

Erneut Streiks in Düsseldorf und Hamburg

13.02.2013 - 16:56 0 Kommentare

Auf den Flughäfen Düsseldorf und Hamburg kommt es am Donnerstag erneut zu Behinderungen durch Streiks. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der privaten Sicherheitsdienste zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Eine Verdi-Fahne steckt am Flughafen Hamburg vor dem Terminal zwischen Gepäckwagen. - © © dpa - Angelika Warmuth

Eine Verdi-Fahne steckt am Flughafen Hamburg vor dem Terminal zwischen Gepäckwagen. © dpa /Angelika Warmuth

Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag erneut Streiks an den Flughäfen Düsseldorf und Hamburg angekündigt. Das Sicherheitspersonal werde in Düsseldorf mit Beginn der Morgenschicht um 04.00 Uhr die Arbeit niederlegen, kündigte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi am Mittwoch an. Auch die Sicherheitskräfte am Hamburger Flughafen werden am Donnerstag in einen ganztägigen Streik treten. Die Gewerkschaft will für die Beschäftigten der Wach- und Sicherheitsbranche höhere Löhne durchsetzen.

Die Fronten zwischen den Tarifparteien sind verhärtet. Die Arbeitgeberseite soll bis 14 Uhr am Donnerstag ein neues Angebot vorlegen, fordert die Gewerkschaft. Andernfalls werde Verdi über weitere Streiks entscheiden. «Der Arbeitgeberverband BDSW hält weiterhin an seiner Hinhaltetaktik fest», sagte der zuständige Verdi-Fachbereichsleiter Peter Bremme. «Das wollen wir nicht unkommentiert und kampflos hinnehmen.» Gleichzeitig betonte er, die Gewerkschaft sei dialogbereit.

Die Arbeitgeberseite erklärte, es werde voraussichtlich kein neues Angebot geben. «Wir haben in drei Verhandlungsrunden unser Angebot jedes Mal verbessert», sagte Cornelia Okpara, Sprecherin des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW) in Bad Homburg. «Verdi ist uns noch keinen Schritt entgegengekommen und hält an der Eingangsforderung von 14,50 Euro fest.» Das entspreche einem Lohnplus von 22 Prozent und sei nicht machbar. Die Arbeitgeber hätten bereits acht Prozent mehr Lohn angeboten.

Verdi und der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) verhandeln in Hamburg und in Nordrhein-Westfalen über die Lohnhöhe. Verdi fordert 30 Prozent mehr Gehalt für die 34.000 Beschäftigten in NRW. Bei einem zweitägigen Ausstand an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn waren vor zwei Wochen Hunderte Flüge ausgefallen und Zehntausende Fluggäste betroffen. Der Hamburger Flughafen war bereits am 18. Januar weitgehend lahmgelegt worden.

Für die 34.000 Beschäftigten der Sicherheitsbranche in NRW fordert Verdi Lohnerhöhungen zwischen 2,50 Euro und 3,64 Euro pro Stunde. Für die 24.000 Beschäftigten der untersten Lohngruppe boten die Arbeitgeber der Gewerkschaft zufolge zuletzt lediglich 40 Cent mehr an. Für die etwa 2000 Sicherheitskräfte an den Flughäfen in NRW will Verdi einen Bruttostundenlohn von 16 Euro durchsetzen, in Hamburg einen Lohn von 14,50 Euro.

Von: dpa, AFP, airliners.de
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