Optimistisch für A400M-Zukunft

Entwicklungskosten ziehen MTU-Gewinn nach unten

23.07.2009 - 19:58 0 Kommentare

Der Triebwerkshersteller MTU hat heute seine Halbjahreszahlen vorgelegt. Höhere Entwicklungskosten und ein schwächeres Finanzergebnis haben bei dem Unternehmen im ersten Halbjahr für einen überraschend hohen Gewinnrückgang gesorgt.

MTU-Firmenzentrale München - © © MTU -

MTU-Firmenzentrale München © MTU

Der Umsatz legte zwar um fast ein Zehntel zu, doch für die Steigerung war lediglich der Dollarkurs verantwortlich. MTU-Chef Egon Behle zeigte sich dennoch optimistisch: "Gemessen an der momentan schwierigen Marktsituation sind wir mit diesen Ergebnissen zufrieden. An unserer Prognose für das Gesamtjahr halten wir fest", sagte er bei der Vorlage der Ergebnisse am Donnerstag in München. Hoffnung schöpft der Vorstand dabei auch aus dem gewachsenen Auftragseingang.

Die Aktie des im MDAX notierten Unternehmens reagierte mit einem Kursabschlag auf die Nachrichten. Am Morgen lag sie mit 2,72 Prozent im Minus bei 26,11 Euro.

Gewinn schrumpft

Sowohl beim operativen Ergebnis als auch unter dem Strich schnitt MTU schwächer ab als erwartet. Der Überschuss ging in den ersten sechs Monaten um fast 31 Prozent auf 55,7 Millionen Euro zurück, während Analysten im Schnitt mit 59,7 Millionen Euro gerechnet hatten. Der bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) gab um fast 13 Prozent auf 137,1 Millionen Euro nach. Die EBIT-Marge sank auf 10,0 Prozent. Der Umsatz kletterte um 9,5 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro. Dollarkurs-bereinigt schrumpfte er allerdings um 2 Prozent.

Als Ursachen für den Gewinnrückgang führte MTU höhere Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen, Anlaufkosten für neue Programme und Verschiebungen im Umsatzmix an. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen um ein Fünftel auf 93,9 Millionen Euro. Der Überschuss sei zudem von einem gesunkenen Finanzergebnis belastet worden, hieß es.

Wartungsgeschäft profitabler

Während die EBIT-Marge im Triebwerksgeschäft wegen der höheren Ausgaben kräftig Federn lassen musste und um gut sechs Prozentpunkte auf 12,3 Prozent nachgab, arbeitete die Wartungssparte MRO deutlich profitabler als im Vorjahr. Hier legte die Marge von 3,5 auf 6,8 Prozent zu. "Wir rechnen damit, dass die zivile MRO dieses Niveau halten kann und sich die EBIT-Marge im Gesamtjahr hier bei rund 6 bis 7 Prozent einpendeln wird", sagte Finanzvorstand Reiner Winkler.

Hoffnung macht dem Management auch der Auftragseingang. Mit gut 1,3 Milliarden Euro verbuchte MTU im ersten Halbjahr 17 Prozent mehr Neuaufträge als ein Jahr zuvor. Dennoch gab der Auftragsbestand seit dem Jahreswechsel um 1,8 Prozent auf 3,94 Milliarden Euro nach.

Prognose bekräftigt

Für das Gesamtjahr rechnet das Management weiterhin mit einem Umsatz von 2,8 Milliarden und einem Überschuss von 140 Millionen Euro. Die EBIT-Marge soll von 12 auf 10 Prozent zurückgehen.

Behle optimistisch für A400M-Zunkunft

MTU zeigte sich kurz vor der politischen Entscheidung über den verspäteten Militärtransporter A400M optimistisch für eine Fortführung des Projekts. Der A400M werde "in der Summe sicher fortgeführt", sagte MTU-Chef Egon Behle am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Das Projekt sei insgesamt nicht bedroht, der Bedarf für den Flieger bestehe weiter. Auch sei das Risiko für MTU nicht gestiegen. Für zusätzliche Rückstellungen über die bisher beiseite gelegten 45 Millionen Euro hinaus sah Behle keinen Anlass.

Die europäischen Verteidigungsminister der A400M-Kundenstaaten kommen an diesem Freitag zusammen, um über das Milliardenprojekt zu entscheiden. Der Militärtransporter liegt mehr als drei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. Der Erstflug wurde inzwischen auf Ende 2009 verschoben. Laut Behle hat MTU die bislang fehlende Software für die Triebwerke Ende Juni an EADS ausgeliefert. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern hat die Federführung bei dem A400M-Projekt.

Von: dpa-AFX, airliners.de
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