Vielfliegerprogramm Topbonus vor dem Aus

04.05.2018 - 11:56 0 Kommentare

Die ehemalige Air-Berlin-Tochter Topbonus muss liquidiert werden. Die Übernahme des Vielfliegerprogramms durch einen Investor ist gescheitert - obwohl bereits ein Vertrag unterzeichnet war.

Eine Karte des Bonusprogramms Topbonus der Fluggesellschaft Air Berlin. - © © dpa - Sophia Kembowski

Eine Karte des Bonusprogramms Topbonus der Fluggesellschaft Air Berlin. © dpa /Sophia Kembowski

Das Vielfliegerprogramm Topbonus wird offenbar eingestellt. Wie der Insolvenzverwalter Christian Otto am Freitag mitteilte, wird der Geschäftsbetrieb stillgelegt, weil die angestrebte Sanierung voraussichtlich nicht zustande kommt. Es gebe kaum noch Hoffnung auf eine Investorenlösung, heißt es in einer Mitteilung.

Demnach hatte Otto für das insolvente Unternehmen bereits einen Käufer gefunden und einen Vertrag geschlossen. Der Investor konnte dann allerdings die vereinbarten Zahlungen nicht leisten. Die Finanzierungsbestätigung einer Bank in zweistelliger Millionenhöhe sei wieder zurückgezogen worden, eine alternative Finanzierung habe der Käufer bislang nicht organisieren können, so der Insolvenzverwalter.

Bei dem Investor soll es sich nach einem Bericht des Fachmagazins "FVW" um die Airlogix Loyalty Group handeln. Sie wurde von dem ehemaligen Qantas-Manager und früheren Chef der zypriotischen Fluggesellschaft Cobalt Air, Peter Kelly, gegründet.

Mitarbeiter wurden gekündigt

Laut Insolvenzverwalter Otto ist die Aussicht gering, dass der Investor in der verbleibenden Frist die Zahlung noch leisten kann. Da es keine weiteren Kaufinteressenten gebe, habe man den Geschäftsbetrieb einstellen müssen, um die Gläubiger nicht zu schädigen - dies schreibe das Insolvenzrecht vor. Den verbliebenen Topbonus-Mitarbeitern wurde gekündigt. Anfang April waren noch 30 Personen bei dem Unternehmen beschäftigt.

Im Rahmen eines Regelinsolvenzverfahrens sollen nun vorrangig die Ansprüche der Gläubiger befriedet werden. Sie können noch bis zum 15. Mai ihre Forderungen anmelden. Für den 16. Mai ist eine Gläubigerversammlung in Berlin angesetzt.

Ursprünglich lief die Frist zur Anmeldung von Ansprüchen bereits am 24. April ab. Bei der Eröffnung des Topbonus-Insolvenzverfahren am 1. April waren die Meilenkonten der 4,3 Millionen Mitglieder des Bonusprogramms auf null gesetzt worden, der Kunden-Login auf der Website wurde gesperrt. Im Rahmen der Insolvenz werden die Topbonus-Teilnehmer voraussichtlich nur einen minimalen Anteil ihres Guthabens erhalten.

© dpa, Sophia Kembowski Lesen Sie auch: Topbonus-Insolvenzverfahren eröffnet

Insolvenzverwalter Otto hatte Anfang April angekündigt, eine Fortführung des Topbonus-Programms mit einem neuen Investor sei in greifbarer Nähe und könne voraussichtlich "bereits in wenigen Tagen" bekanntgegeben werden. Noch eine Woche später zeigte sich Otto in einer Nachricht an die Gläubiger zuversichtlich, die Gespräche noch im April erfolgreich abschließen zu können.

Etihad Airways ist Mehrheitseigner

Das Topbonus-Programm wurde bereits 2012 mehrheitlich von dem Air-Berlin-Teilhaber Etihad Airways übernommen. Im August 2017 musste das Vielfliegerprogramm zehn Tage nach Air Berlin Insolvenz anmelden - auch weil zahlreiche Mitglieder in kurzer Zeit versucht hatten, ihre Meilen einzulösen.

In den Monaten darauf versuchte das Unternehmen einen Neustart unter dem Namen "Topbonus Loyalty" mit Partnern wie Germania, BMI Regional und dem Autovermieter Sixt.

Von: pra
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