Entlastung für Security-Mitarbeiter am Flughafen Düsseldorf

Seit Wochen klagen die Mitarbeiter der Fluggastkontrollen am Airport Düsseldorf über die Arbeitsbedingungen und wehrten sich sogar mit einer Anzeige gegen ihren Arbeitgeber, die Firma Kötter. Nun hat diese Maßnahmen zur Entlastung beschlossen.

Vor den Kontrollspuren am Flughafen Düsseldorf. - © © privat -

Vor den Kontrollspuren am Flughafen Düsseldorf. © privat

Zur Entlastung ihrer Mitarbeiter in der Fluggastkontrolle am Airport Düsseldorf hat das Management der Sicherheitsfirma Kötter gemeinsam mit dem Betriebsrat mehrere Maßnahmen beschlossen. So sollen bis Ende Oktober 50 zusätzliche Mitarbeiter an den Kontrollstrecken in Düsseldorf helfen. Dies teilte das Unternehmen mit.

Nach Informationen von airliners.de aus Mitarbeiterkreisen sind 18 Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Securitas aus Berlin nach Düsseldorf gekommen. Gleichzeitig besuchen 18 Mitarbeiter von einem belgischen Sicherheitsunternehmen seit heute einen viertägigen Crashkurs an der Kötter-Akademie. Sie sollen ab Freitag am Flughafen Düsseldorf eingesetzt werden.

Rekrutierung hunderter Mitarbeiter läuft

Zudem sollen bis zu 150 weitere Mitarbeiter für den Einsatz fit gemacht werden und nach und nach den Kötter-Personalpool ergänzen. "Die volle Besetzung werden wir spätestens im Frühjahr nächsten Jahres erreichen", so Unternehmenschef Peter Lange. Dazu gehört die Schulung sowie eine Prüfung durch die Bundespolizei, die seit den 90er-Jahren private Sicherheitsunternehmen mit den Fluggastkontrollen an deutschen Airports beauftragt.

Gleichzeitig würden die Mitarbeiter auch an anderer Stelle entlastet. So soll es, wie von der Bezirksregierung Düsseldorf und der Gewerkschaft Verdi zuletzt gefordert, nach zweistündiger Arbeit an den Kontrollstrecken eine "15-minütige Entlastungspause" geben. Dies geht aus einer Vereinbarung zwischen Lange und dem Betriebsratsvorsitzenden Torsten Bogula hervor. Das Schreiben liegt airliners.de vor.

In der Vereinbarung heißt es außerdem, dass es "ab jetzt keine Kontrollstrecken mit '5-Gruppen' mehr" geben soll. In der Regel arbeiten sechs Mitarbeiter an einer Kontrollstrecke und wechseln sich alle 20 Minuten ab, damit sich keine Routine einschleicht und das Personal wachsam bleibt. Zuletzt ließ Kötter kurzzeitig Azubis die Aufgabe des sechsten Mitarbeiters an der Spur (das Wannentragen) übernehmen.

Verdi und ADV kritisieren Politik

Die Gewerkschaft Verdi beurteilt die neuen Regelungen als einen "wichtigen Schritt, der für die nächste Tarifrunde von besonderer Bedeutung" ist. "Dies gewährleistet nach den vergangenen Wochen wieder die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter von Kötter", so Gewerkschaftssekretär Özay Tarim zu airliners.de.

Allerdings sei es eine "Bankrotterklärung von Bundespolizei und -innenministerium", dass der lang bekannte Personalmangel erst jetzt behoben werden konnte, "und dies auch nur durch Mitarbeiter aus dem Ausland". Die Bundespolizei habe bereits Ende April die Personalanforderungen nach oben korrigiert. "Seit dem ist jedoch nichts geschehen", so Tarim. "Es war also genug Zeit, dass die Situation nicht wie jetzt geschehen eskaliert."

Seit den 90er-Jahren vergibt die für die Personal- und Waren- (Paragraf 8 Luftsicherheitsgesetz, LuftSiG) beziehungsweise Fluggastkontrollen (Paragraf 5 LuftSiG) zuständige Bundespolizei die Securityüberwachung an externe Dienstleister wie Kötter oder Securitas. Der Flughafenverband ADV forderte vergangene Woche eine Reform der Zuständigkeiten.

Auch der Airport fordert Reformen

Der Flughafen Düsseldorf lobte die neuen Maßnahmen, kritisierte zugleich aber auch, dass diese zu spät kämen: "Mit dem Einsatz der externen Luftsicherheitsassistenten sehen wir eine unserer Hauptforderungen erfüllt. Leider ist dieser Schritt in unseren Augen aber viel zu spät erfolgt", hieß es.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Mitarbeiter begehren gegen Kötter auf

"Ein früheres Handeln hätte unseren Passagieren und Sicherheitsmitarbeitern vieles erspart. In unseren Augen muss die Bundespolizei in die Lage versetzt werden, bei derart eklatanten Personalengpässen deutlich früher Ersatzmaßnahmen in die Wege leiten zu dürfen. Von einer grundsätzlichen Entspannung oder gar Lösung der Situation möchten wir heute noch nicht sprechen."

Von: cs

Datum: 18.09.2017 - 15:24

Adresse: http://www.airliners.de/entlastung-security-mitarbeiter-flughafen-duesseldorf/42384