Enders: EADS-Unternehmensleitung soll nach Toulouse

09.02.2012 - 13:01 0 Kommentare

Ein Teil der Zentrale des Luftfahrtkonzerns EADS soll nach Toulouse verlegt werden. Dafür hat sich der designierte neue EADS-Chef Tom Enders bei einem Treffen von Führungskräften des Unternehmens im spanischen Madrid stark gemacht. Paris und München sollen demnach Aufgabenbereiche abgeben.

Airbus-Chef Thomas Enders, spricht am 20.01.2012 in Hamburg während der Auslieferungszeremonie für die 5000. Maschine der A320-Familie zu den Gästen. - © © dpa - Bodo Marks

Airbus-Chef Thomas Enders, spricht am 20.01.2012 in Hamburg während der Auslieferungszeremonie für die 5000. Maschine der A320-Familie zu den Gästen. © dpa /Bodo Marks

Der europäische Luftfahrtkonzern EADS will seine Unternehmensführung ins südfranzösische Toulouse verlagern. Der neue EADS-Chef Tom Enders wolle die Stadt, in der bereits die EADS-Tochter Airbus ihre Zentrale hat, zum Schwerpunkt von EADS machen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Konzernkreisen. Bisher ist Amsterdam der juristische Sitz von EADS, die Konzernleitung unter dem scheidenden Chef Louis Gallois sitzt in Paris.

Enders habe bei einem Treffen der EADS-Führungskräfte am Dienstag in Madrid seinen Plan bekannt gegeben, die bislang in Paris und München angesiedelten Verwaltungssitze in Toulouse zusammenzulegen. 200 bis 300 Beschäftigte müssten dafür in die südfranzösische Stadt umziehen, hieß es weiter. Enders ist derzeit noch Chef des europäischen Flugzeugbauers Airbus, der seinen Firmensitz ebenfalls in Toulouse hat. Er wolle auch als EADS-Chef in Toulouse bleiben, kündigte Enders in Madrid an.

Der 53-jährige Deutsche hatte sich bereits früher für eine gemeinsame Zentrale von EADS und Airbus ausgesprochen, um die Zusammenarbeit zu verbessern. Toulouse sieht Enders den Angaben zufolge als Stadt, die schon Industriezentrum ist, aber noch eine überschaubare Größe hat.

Der EADS-Verwaltungsrat hatte Enders Ende Januar als Nachfolger des Franzosen Gallois benannt, der in den Ruhestand geht. Den Chefposten von Enders bei Airbus soll dessen bisheriger Vize, der Franzose Fabrice Brégier, übernehmen.

EADS entstand im Juli 2000 aus der deutschen DaimlerChrysler Aerospace (DASA), dem französischen Unternehmen Aérospatiale Matra und der spanischen CASA. Der Konzern ist als führendes europäisches Raumfahrt-, Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen auf Augenhöhe mit dem US-Konkurrenten Boeing. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 120.000 Menschen, vor allem in Deutschland, Spanien und Frankreich. Der Umsatz lag 2010 bei 45,8 Milliarden Euro.

Von: AFP
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Singapore Airlines betreibt aktuell 19 Langstreckenflugzeuge des Typs A380. Kein Flop, aber auch kein herkömmlicher Erfolg

    Kommentar zur A380 Airbus diskutiert offenbar das Ende der A380. Dabei ist der Doppelstöcker nicht der von vielen Seiten genannte Flop, meint Andreas Sebayang. Immerhin sind über 200 Maschinen des Typs im Einsatz.

    Vom 02.01.2018
  • Eine A380 von Emirates bei der Landung. Insider: A380 vor Produktionsstopp

    Quo vadis A380? Nachdem zuletzt eine weitere Drosselung der Produktion diskutiert wurde, geht es nun laut eines Medienberichts um das Ende des Airbus-Doppelstöckers. Alles hängt demnach an Emirates.

    Vom 28.12.2017
  • Reiner Winkler MTU-Chef sieht 2018 als "Übergangsjahr"

    Der Chef des Triebwerkshersteller MTU Aero Engines, Reiner Winkler, sieht das kommende Geschäftsjahr als "Übergangsjahr". Er erwarte daher einen moderaten Anstieg des bereinigten operativen Ergebnisses (Ebit), sagte der Vorstandsvorsitzende nun.

    Vom 13.12.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus