Emirates wirft Lufthansa "Scheinheiligkeit" vor

01.07.2016 - 08:35 0 Kommentare

Emirates hat sich mit ungewohnt scharfen Worten in der Debatte um fairen Wettbewerb in Europa zu Wort gemeldet. Im aktuellen Politikbrief wirft sie der Lufthansa "Scheinheiligkeit" und "schizophrenes Verhalten" vor.

Das Heck einer Boeing 747 der Lufthansa vor einem Airbus A380 der Emirates. - © © airliners.de - Gunnar Kruse

Das Heck einer Boeing 747 der Lufthansa vor einem Airbus A380 der Emirates. © airliners.de /Gunnar Kruse

Vor rund zwei Jahren hat der Bayerische Oberste Rechnungshof (ORH) in einem Prüfungsbericht eine finanzielle Bevorteilung der Lufthansa am Flughafen München festgestellt. Jetzt hat Emirates das Thema aufgegriffen und der deutschen Airline "Scheinheiligkeit" in der Debatte um staatliche Subventionen vorgeworfen.

Lufthansa kassiere in München Subventionen in Milliardenhöhe bei der exklusiven Nutzung eines Terminals, so Emirates in der neuesten Ausgabe der Politikaussendung "Open Sky". Emirates würde dagegen in Dubai für die Exklusivnutzung des Terminal 3 keine Nachlässe erhalten und dieselben Mieten und Landegebühren zahlen wie alle anderen Airlines auch.

Lufthansa beschwert sich über staatliche Subventionen

Erst im März hatte die Lufthansa in einem Politikbrief zum Thema fairer Wettbewerb auf das Umsteigerwachstum an den drei Golf-Drehkreuzen zulasten der europäischen Hub-Flughäfen aufmerksam gemacht. Lufthansa prangert dabei im konkreten Fall unter anderem staatliche Unterstützungspraktiken mit zum Teil jahrzehntelangen Laufzeiten an.

© FMG, Werner Hennies Lesen Sie auch: Finanzministerium und Flughafen München weisen Vorwürfe zurück

Um ähnliche Vorwürfe geht es auch in München. Flughafenbetreiber und bayerisches Finanzministerium haben die von der Süddeutschen Zeitung im April veröffentlichten Vorwürfe zwar als "längst überholt" zurückgewiesen, die abschließende Stellungnahme des ORH steht aber noch aus. Der Flughafen München gehört der Bundesrepublik Deutschland, dem Freistaat Bayern und der Stadt München.

Emirates startet Debatte um staatliche Lufthansa-Partner

Mit ungewohnt scharfen Worten verleiht Dubais Staatsairline auch der Debatte um Kooperationen mit Staatsunternehmen neuen Schwung. Lufthansa verhalte sich "schizophren", wenn sie über die staatlichen Zuschüsse für ihre Star-Alliance-Partner wie South African Airways, Air China oder Air India schweige, während sie bei den Golfairlines staatlichen Besitz mit unfairem Wettbewerb gleichsetze.

In dem politischen Lufthansa-Positionspapier vom März hatte die deutsche Airline von der EU-Kommission im Rahmen ihrer neuen Luftfahrt-Außenpolitik "effektive Sanktionsmechanismen" gefordert - im Bezug auf die Golf-Carrierer zum Beispiel einen "Entzug von Landerechten auf europäischen Flughäfen".

© airliners.de, Gunnar Kruse Lesen Sie auch: EU-Kommission erhält Mandat für Luftverkehrsverhandlungen

Bei anderen Airlines habe Lufthansa dagegen keine Probleme, mit staatlich kontrollierten Fluggesellschaften zusammenzuarbeiten, pariert Emirates nun mit Hinweis auf das Lufthansa-Joint-Venture mit Singapore Airlines. Auch die Hälfte der Star-Alliance-Mitglieder befände sich ganz oder zum Teil in Staatsbesitz. Speziell nennt Emirates dabei Turkish Airlines.

Von: dh
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