Emirates spricht von Kooperation mit Etihad

12.10.2017 - 15:00 0 Kommentare

Emirates bringt eine mögliche Kooperation mit Etihad ins Spiel. Die beiden Golf-Carrier aus den Vereinigten Arabischen Emiraten haben vergleichbare Probleme. Es geht nicht nur um Überkapazitäten und Politik.

Triebwerke einer A380 der Fluggesellschaft Emirates. - © © AirTeamImages.com - Matthieu Douhaire

Triebwerke einer A380 der Fluggesellschaft Emirates. © AirTeamImages.com /Matthieu Douhaire

Emirates-Chef Tim Clark ist offen für eine engere Zusammenarbeit mit Etihad. Das sagte der Manager jetzt der Nachrichtenagentur Reuters. Die zwei Fluggesellschaften aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) könnten beispielsweise im Bereich der Beschaffung zusammenarbeiten, so Clark.

Man müsse aber schauen, welche Art der Kooperation Sinn ergeben könnte, sagte der Emirates-Präsident. Er glaube zwar nicht an eine gemeinsame Airlinegruppe, so Clark. Es komme darauf an, was die Eigentümer der beiden Airlines in der Zukunft entscheiden.

Clark widersprach noch im Frühjahr

Noch im Frühjahr hatte Clark Medienberichten widersprochen, wonach Abu Dhabi und Dubai an einer Allianz der zwei Fluggesellschaften bauen. Er habe davon noch nie gehört, sagte Clark damals auf der ITB in Berlin.

Etihad und Emirates gehören zu den großen Fluggesellschaften vom Persischen Golf. Emirates Airline gehört der Regierung von Dubai, während Etihad Airways der Regierung von Abu Dhabi gehört. Beide Emirate sind Teil der VAE - Abu Dhabi ist die Hauptstadt der Föderation. Doha ist nicht Teil der VAE-Föderation. Hier hat Qatar Airways ihren Sitz.

Überkapazitäten setzten Golf-Airlines unter Druck

Alle drei Golf-Carrier waren in den vergangenen Jahren stark gewachsen und leiden aktuell durch den niedrigen Ölpreis, der in der Region umgehend die Nachfrage belastet. Auch drohende Verschärfungen von Marktzugangsregularien wie in Europa und den USA stellen die Golf-Airlines unter Druck, die riesigen Kapazitäten gewinnbringend zu füllen.

Die Überkapazitäten machen zudem weiteres Wachstum schwer. Damit scheint die Zeit der aggressiven Expansion der großen Angst-Gegner europäischer Fluggesellschaften vorerst vorbei. Stattdessen geht es um Umstrukturierungen und neue Denkweisen.

© airliners.de, Gunnar Kruse Lesen Sie auch: EU-Kommission erhält Mandat für Luftverkehrsverhandlungen

So wird bei Etihad ab dem kommenden Jahr der britische Flughafen-Manager Tony Douglas die Geschicke der nationalen VAE-Airline neu ausrichten. Vorgänger James Hogan musste seinen Posten zum 1. Juli verlassen.

Nach zehn Jahren an der Spitze von Etihad gilt Hogan mit seinem Konzept einer internationalen "Beteiligungs-Allianz" für Zubringerflüge nach Abu Dhabi als gescheitert, denn die billig zusammengekauften Fluggesellschaften wie Air Berlin oder Alitalia haben Milliarden gekostet - ohne langfristige Erfolge für Etihad zu bringen.

Im vergangenen Jahr kam ein Verlust von umgerechnet knapp 1,6 Milliarden Euro zustande. Die Folge bei Etihad sind Umstrukturierungen und ein massiver Stellenabbau.

Neue Codeshares und Kooperationen

Der Emirates Group geht es vergleichbar besser. Im vergangenen Geschäftsjahr musste sie mit umgerechnet 670 Millionen Dollar allerdings einen um 70 Prozent geschrumpften Gewinn ausweisen. Dennoch muss sich auch Emirates restrukturieren.

Neben einer engen Codeshare-Kooperation mit dem regionalen Billigflieger Flydubai schmiedet Emirates auch im Frachtbereich mit Cargolux neue Allianzen. Etihad arbeitet derweil enger mit Lufthansa zusammen, die nun einen Teil der deutschen Etihad-Beteiligung Air Berlin übernimmt.

© AirTeamImages.com, Montage: airliners.de, TT (Lufthansa), Derek Pedley (Etihad) Lesen Sie auch: Lufthansa und Etihad arbeiten zusammen

Derweil schlägt Qatar Airways eine andere Richtung ein. So ist die Oneworld-Fluggesellschaft als einziger großer Golf-Carrier Teil einer globalen Allianz. Eigenen Angaben nach ist Qatar Airways zudem weiterhin hochprofitabel. Entsprechend kann die Airline ihr finanzielles Engagement in Europa weiter ausbauen.

An der International Airline Group (IAG) um British Airways und Iberia ist Qatar mit zehn Prozent beteiligt. Zuletzt erwarb sie zudem einen 49-prozentigen Anteil an der italienischen Meridiana.

Von: dh
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