Emirates übernimmt ihre hundertsten A380

03.11.2017 - 14:26 0 Kommentare

Die A380 ist das große Sorgenkind von Airbus - noch bevor die Produktion profitabel ist, droht dem doppelstöckigen Jet womöglich das Ende. Nun gab es aber einen Grund zum Feiern.

Die 100. an Emirates ausgelieferte A380 hat eine Sonderlackierung mit einem Porträtbild von Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan, dem Gründungsvater der Vereinigten Arabischen Emirate. - © © dpa - Christian Charisius

Die 100. an Emirates ausgelieferte A380 hat eine Sonderlackierung mit einem Porträtbild von Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan, dem Gründungsvater der Vereinigten Arabischen Emirate. © dpa /Christian Charisius

Golf-Airline Emirates hat in einer feierlichen Zeremonie in Hamburg ihren hundertsten Airbus 380 in Empfang genommen. "Dies ist ein großer Moment für Emirates, für Airbus und für unsere zahlreichen Partner des A380-Programms", sagte der Vorsitzende der Emirates-Gruppe, Scheich Ahmed bin Saeed Al-Maktoum. Nach seinen Angaben steht nun noch die Auslieferung von 42 bestellten doppelstöckigen Jets aus. Neue Aufträge stellte er nicht in Aussicht - dies war von vielen Medien vorher spekuliert worden.

Der Vorsitzende der Emirates-Gruppe, Scheich Ahmed bin Saeed Al-Maktoum (links), und Airbus-Chef Thomas Enders machen ein Selfie. Foto: © dpa, Christian Charisius

Emirates ist mit Abstand größter Abnehmer der A380. Der Golf-Carrier fliegt seit dem Verkaufsstart 2008 mit der Maschine. Airbus-Chef Tom Enders sagte, er sei stolz auf die langjährige Partnerschaft mit Emirates. Airbus schätzt, dass allein die A380-Aufträge der Golf-Airline 41.000 direkte und indirekte Jobs in Europa fördert, davon allein 14.000 in Deutschland.

Ab 2019 nur noch acht Auslieferungen jährlich

Zehn Jahre nach dem ersten Linienflug eines A380 hat Airbus 317 Flugzeuge der Baureihe verkauft, davon allein 142 an Emirates. Ausgeliefert wurden bislang 216 Maschinen, sodass noch 101 in den Auftragsbüchern stehen. Das ist im Flugzeug-Geschäft nicht viel. Weil schon seit 2015 keine größeren Aufträge für den A380 mehr eingegangen sind, hat Airbus die Fertigung heruntergefahren. Ab 2019 sollen noch acht Maschinen jährlich die Airbus-Produktionshallen verlassen. 2015 waren es noch 27.

In der Branche wird spekuliert, ob der A380 über kurz oder lang ganz aus dem Airbus-Programm verschwindet, noch ehe er die Gewinnschwelle erreicht hat, die bei mehr als 400 Maschinen liegen soll. Das Modell benötigte eine technische Auffrischung und neue Triebwerke, so wie der Airbus-Bestseller A320. Doch die Investitionen in eine Weiterentwicklung wären sehr hoch. Ob dadurch die Nachfrage bei den Kunden deutlich gesteigert werden könnte, ist zudem offen. Daher kündigte Airbus bislang nur eine optimierte A380plus an.

© Airbus, Lesen Sie auch: Warum gibt es noch keine A380neo? Antworten aus dem Cockpit

Von: cs mit dpa und AFP
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