Emirates-Chef: Keine Allianz mit Air-Berlin-Aktionärin Etihad

09.03.2017 - 16:44 0 Kommentare

Emirates und Etihad erwägen eine Allianz, heißt es in einem Medienbericht. Dem widerspricht Airline-Chef Tim Clark. Er äußert sich außerdem zu denVerkehrsrechte-Verhandlungen zwischen der EU und den VAE.

Emirates-Chef Tim Clark - © © Andreas Spaeth -

Emirates-Chef Tim Clark © Andreas Spaeth

Emirates-Chef Tim Clark hat einen Bericht über eine mögliche Allianz mit der konkurrierenden Golf-Airline Etihad zurückgewiesen. Er habe davon noch nie gehört, sagte Clark jetzt mit Blick auf entsprechende Spekulationen, über die das "Handelsblatt" berichtet hatte.

Die Zeitung schreibt, auf Besitzerebene habe es zumindest Gespräche über das Thema zwischen Emirates mit Sitz in Dubai und Etihad aus Abu Dhabi gegeben. Etihad ist Großaktionärin der angeschlagenen Fluggesellschaft Air Berlin.

Die Luftfahrtbranche befindet sich angesichts eines scharfen Wettbewerbs in einer Phase der Neuorientierung. Das betreffe auch Emirates, so Clark, ohne Details für eine mögliche neue Strategie zu nennen. Billigflieger auf der Langstrecke hätten das Potenzial, die Branche weiter aufzuwirbeln. Auch Emirates müsse sich daher immer wieder an neue Situationen anpassen.

© dpa, Paul Zinken Lesen Sie auch: Lufthansa und Air France/KLM: "Golf-Carrier fügen großen Schaden zu"

Angesichts der Wettbewerbssituation wächst die Zahl der Kooperationen zwischen Airlines. So arbeiten beispielsweise Lufthansa und Etihad enger zusammen, obwohl die deutsche Airline die Golf-Carrier kritisch sieht. Clark sagte, Emirates sei nicht an strategischen Partnerschaften mit europäischen Wettbewerbern interessiert. Er sei aber offen für eine vertiefte, "konstruktive" Zusammenarbeit.

Zur Lage der Branche verwies Clark auf politische Unsicherheiten wie das Votum der Briten für einen Austritt aus der EU (Brexit), die Instabilität in der Golf-Region, die schwächelnden afrikanischen Märkte und die Marktverwirrungen um mögliche Einreiseverbote in den USA.

© AirTeamImages.com, BaoLuo Lesen Sie auch: Widersprüchliche Angaben um möglichen Stellenabbau bei Emirates

Emirates musste zuletzt ein starken Rückgang der Gewinne verzeichnen. Anders als Etihad müsse Emirates aber nicht mit einem Sparprogramm reagieren. "Die Kosten sind bei Emirates nicht das Problem", sagte Clark auf der ITB. Es gehe rein darum, wie sich die Nachfrage in den Märkten entwickle. Daraus ergebe sich aktuell zum Teil eine Überkapazität. Neben den politischen Rahmenbedingungen hätten sich aber vor allem Währungsschwankungen stark auf die Erlöse ausgewirkt.

Verhandlungen über Verkehrsrechte stocken

Die Verhandlungen über Verkehrsrechte zwischen der EU und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) stocken derweil. So sei ein Termin für erste Konsultationen zwischen EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc und den VAE abgesagt worden, sagte Clark. Grund dafür seien Terminprobleme der EU gewesen.

© airliners.de, Gunnar Kruse Lesen Sie auch: Mehr Schutz für europäische Airlines vor Konkurrenz

Allerdings sieht der Airline-Chef ohnehin recht gelassen auf die neue Initiative aus Europa, Verkehrsrechte zukünftig zentral zu verhandeln. Emirates habe bereits mit den meister EU-Ländern Open-Sky-Abkommen oder zumindest sehr weitreichende Verkehrsrechte, so der Manager.

Von: ch, dh, mit Material von dpa-AFX
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