Embraer: Jets sollen sparsamer werden

06.06.2012 - 12:34 0 Kommentare

Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer hat eine sparsamere Version seiner Regionaljetfamilie angekündigt. Auf die Entwicklung größerer Flugzeuge, mit denen der Hersteller Airbus und Boeing Konkurrenz machen könnte, verzichtet Embraer.

Embraer 170 w - © © Embraer -

Embraer 170 w © Embraer

Angesichts des großen Markterfolgs der neuen sparsamen Mittelstrecken-Jets von Airbus und Boeing (A320neo/B737max) verzichtet der brasilianische Hersteller Embraer vorerst auf die Entwicklung eigener Flugzeuge in diesem Segment. Er will jedoch seine zweistrahligen Regionalflugzeuge der E-Klasse (E175, E190 und E195) ebenfalls als sparsamere G2-Version auf den Markt bringen, erklärte der zuständige Zivilluftfahrt-Manager Paulo Cesar Silva.

Auf einer Medien-Veranstaltung in Paris betonte der Brasilianer am Dienstag: «Die G2 wird sehr sparsam sein, aber nicht in direkter Konkurrenz zu Airbus oder Boeing stehen.» Ziel sei gegenüber heutigen Modellen ein um 15 bis 18 Prozent reduzierter Verbrauch. Die Wahl der Triebwerke und die Frage einer möglicherweise neuen Flügelentwicklung sei noch unklar. Der Programmstart ist zum Jahreswechsel, die Markteinführung 2018 geplant. In der Zwischenzeit würden die bestehenden Modelle jedoch bereits ebenfalls schon auf sparsameren Verbrauch getrimmt.

Silva erwartet für die insgesamt vier Versionen der E-Klasse vor allem vom nordamerikansichen Markt Wachstumsimpulse. Nach seinen Angaben ist Embraer im Segment der 60 bis 120 Sitze fassenden Regionaljets Marktführer, vor der kanadischen Bombardier sowie Airbus und Boeing. Insgesamt hat Embraer 1063 Bestellungen und 689 Kaufabsichtserklärungen für seine Regionalflieger erhalten.

Im Juli soll ein neues Montagewerk in portugiesischen Evora in Betrieb genommen werden, betonte Embraers Europa-Chef Luiz Fuchs. Der auch in China aktive Flugzeughersteller beschäftigt weltweit 17.000 Mitarbeiter. Allein am neuen taktischen Militärtransporter KC-390, der 2016 auf den Markt kommen soll, arbeiten rund 800 Mitarbeiter. Silva ging am Rande auch auf ein Kooperations-Abkommen mit dem US-Konzern Boeing ein. Es erstreckt sich demnach vor allem auf Ingenieurleistungen wie etwa die Entwicklung von Biotreibstoff für die Luftfahrt.

Von: dpa
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