Boeing/Embraer-Deal: Brasilien verzichtet auf Veto

11.01.2019 - 08:24 0 Kommentare

Brasiliens neuer Präsident genehmigt den Zusammenschluss von Embraer und Boeing. Er kündigt den Verzicht auf sein Vetorecht an. Vollzogen werden, soll der Deal noch in diesem Jahr.

Embraer-Hangar in Sao Jose dos Campos. - © © Embraer -

Embraer-Hangar in Sao Jose dos Campos. © Embraer

Die Flugzeugbauer Boeing und Embraer sind bei ihrem geplanten Zusammenschluss ein entscheidendes Stück vorangekommen. Brasiliens neuer Präsident Jair Bolsonaro twitterte, seine Regierung werden kein Veto gegen das Geschäft einlegen. Bereits vor seiner Wahl zum Präsidenten signalisierte Bolsonaro, dass er dem geplanten Joint-Venture der beiden Flugzeugbauer positiv gegenüberstehe.

Im Zuge des Deals soll der US-Konzern für 4,2 Milliarden US-Dollar 80 Prozent am Verkehrsflugzeug- und Service-Geschäft von Embraer übernehmen. Allerdings müssen noch die Aktionäre und diverse Behörden dem Deal zustimmen. Nach dem zurückgezogenen Veto der Regierung gelten weitere Schritte laut Experten als Formsache. Beide Unternehmen wollen nach in diesem Jahr zu einem Abschluss der Transaktion kommen.

Management kommt aus Brasilien

Boeing will beim dem neuen Unternehmen die Sparten Geschäftsentwicklung, Produktion und Marketing übernehmen. Das Joint-Venture erhält ein brasilianisches Management einschließlich des CEOs und des Verwaltungsratschefs. Boeing wird den operativen Teil betreuen.

Weiter wird das neue Unternehmen vollständig in die breitere Produktions- und Lieferkette von Boeing integriert. Damit kann Boeing dann ein Portfolio anbieten, das von Maschinen mit 75 Plätzen bis zu Jets mit 450 Plätzen reicht.

© dpa, Ralf Hirschberger Lesen Sie auch: Das bedeuten die Deals von Airbus und Boeing Hintergrund

Ursprünglich sollte der im Juli geschlossene Deal bereits vollzogen sein, aber in Brasilien gab politischen Widerstand gegen den Plan der beiden Konzerne, da Embraer auch Militärflugzeuge und Sicherheitstechnik entwickelt und baut. Der Staat hält an dem Unternehmen eine sogenannte Goldene Aktie und kann damit weitreichende Entscheidungen blockieren.

Airbus übernimmt C-Series

Der europäische Konkurrent Airbus hatte zum 1. Juli die Mehrheit (50,01 Prozent) der Mittelstrecken-Baureihe C-Series von Bombardier übernommen. Kaufpreis damals: ein symbolischer kanadischer Dollar. Die Europäer stecken Insidern zufolge wohl knapp eine Milliarde Euro in die Weiterentwicklung der C-Series, die seit der Übernahme als A220-Familie vermarktet wird.

Von: br
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