Elbe-Flugzeugwerke reparieren Airbus-A380-Haarrisse in Dresden

13.05.2013 - 11:08 0 Kommentare

Die Elbe Flugzeugwerke in Dresden haben Reparaturaufträge für Airbus A380 an Land gezogen. Die EADS-Tochter kann damit die sinkende Auslastung bei der Frachterumrüstung ausgleichen.

Start eines Airbus A380 der Emirates

Start eines Airbus A380 der Emirates
© AirTeamImages.com - Simon Willson

Ein zum Frachtflugzeug umgerüsteter Airbus A310-300F steht kurz vor seiner Auslieferung in den Hallen der EADS Elbe Flugzeugwerke in Dresden

Ein zum Frachtflugzeug umgerüsteter Airbus A310-300F steht kurz vor seiner Auslieferung in den Hallen der EADS Elbe Flugzeugwerke in Dresden
© dpa - Ralf Hirschberger

Die Elbe-Flugzeugwerke Dresden (EFW) werden zum Reparaturstützpunkt für den Airbus 380. Am kommenden Sonntag (19. Mai) werde die erste Maschine erwartet, bestätigte das Unternehmen am Samstag einen Bericht der "Dresdner Neuesten Nachrichten". Konkret geht es darum, Haarrisse in den Tragflächen des A380 zu beheben. Bislang waren Teams aus den EFW dafür weltweit im Einsatz. Nun kommt das Flugzeug zu diesem Zweck an die Elbe. Die Reparatur dauert etwa zwei bis drei Monate. Aus Luftfahrtkreisen hieß es, dass es sich um insgesamt neun A380 der Emirates handeln könnte.

Airbus-Chef Fabrice Brégier war bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung im September 2012 in Berlin optimistisch. Er sieht das Problem mit den Haarrissen gelöst. Unter Berufung auf Berechnungen der Muttergesellschaft EADS bezifferte er die Schadenskosten auf rund 300 Millionen Euro. Allerdings müssen alle bisher produzierten A380 nun zur Reparatur. Von dem doppelstöckigen Jet will Airbus künftig pro Jahr 30 Maschinen absetzen, in diesem Jahr sollen es 25 sein. Bislang sind etwa 100 Maschinen dieses Typs ausgeliefert. Bestellt wurden rund 260 Exemplare.

Den Elbe-Flugzeugwerken - eine Tochter des europäischen Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzerns EADS - ist damit binnen eines Jahres schon der zweite "Coup" gelungen. Im Februar 2012 wurde bekannt, dass EFW das Kompetenzzentrum zum Umrüsten von Airbus A330-Passagierflugzeugen in Frachtmaschinen wird. Als Partner dient dabei die ST Aerospace aus Singapur. Etwa 80 Prozent der Umrüstungen sollen in Dresden erfolgen. Dafür sind Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe geplant. Für die Umrüstung wird eigens eine neue Halle gebaut. Nach bisheriger Planung sollen die ersten A330 jedoch erst ab 2016 umgerüstet werden.

Bis dahin muss EFW eine "Durststrecke" überstehen, denn im laufenden Jahr stünden lediglich sechs Passagierjets vom Typ A300-600 zur Umrüstung bereit, sagte ein Unternehmenssprecher Ende 2012. Auftraggeber ist das Logistikunternehmen DHL

Ein Programm zur Umrüstung kleiner Airbus-Maschinen aus der A320-Familie war 2011 noch vor dem Start wegen mangelnder Nachfrage aufgegeben worden. EFW hat nach eigenen Angaben auch das Know-how zur künftigen Wartung des Militärfrachters Airbus A400M. Allerdings gibt es dafür weitere Bewerber innerhalb des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS.

Von: dpa-AFX, airliners.de
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