Elbe Flugzeugwerke bauen A320-Maschinen zu Frachtern um

17.06.2015 - 15:26 0 Kommentare

Vom Passagierflugzeug zum Frachter: Airbus will künftig auch A320- und A321-Modelle bei den Elbe Flugzeugwerken umrüsten lassen. Für die Dresdner hat der entsprechende Vertrag noch weitere Folgen.

Bei den Elbe Flugzeugwerken in Dresden werden Passagierflugzeuge zu Frachtern umgebaut.

Bei den Elbe Flugzeugwerken in Dresden werden Passagierflugzeuge zu Frachtern umgebaut.
© Elbe Flugzeugwerke

Vertragsunterzeichnung auf der Paris Air Show

Vertragsunterzeichnung auf der Paris Air Show
© Elbe Flugzeugwerke

Passagiermaschinen vom Typ A320 und A321 in Frachter umbauen - das ist der Plan von Airbus. Zusammen mit dem Luftfahrtdienstleister ST Aerospace und den Elbe Flugzeugwerken (EFW) in Dresden soll das umgesetzt werden. Ein entsprechender Vertrag wurde jetzt auf der Paris Air Show unterzeichnet.

Die EFW bauen seit 1996 Airbus-Passagierflugzeuge zu Frachtern um. Wie bereits bekannt, sollen in Dresden ab 2017 auch die größeren A330-Passagierjets umgewandelt werden. Nach EFW-Angaben werden Flugzeuge umgerüstet, die etwa die Hälfte ihrer Lebensdauer erreicht haben.

Airbus glaubt, dass in den nächsten 20 Jahren mehr als 600 umgebaute Frachter ("passenger to freighter", P2F) auf Basis der A320/A321 benötigt werden. Dazu soll in Dresden eine neue, größere Fertigungshalle errichtet werden, wie ein EFW-Sprecher sagte. Auch die Zahl der derzeit rund 1200 Mitarbeiter solle steigen.

Airbus gibt Mehrheitsanteil ab

Aufgrund des jetzt geschlossenen Vertrags werden sich die Besitzverhältnissen des Dresdner Unternehmens ändern: Airbus reduziert seinen Geschäftsanteil von 65 auf 45 Prozent und übergibt sie ST Aerospace. Der Luftfahrtdienstleister mit Sitz in Singapur besitzt damit die Mehrheit an den Flugzeugwerken (55 Prozent).

Eine umfunktionierte A320P2F soll bis zu 21 Tonnen Fracht befördern können, die etwas größere A321P2F kann bis zu 27 Tonnen aufnehmen. Die erste umgebaute A321-Frachtmaschine soll 2018 geliefert werden. Airbus hatte schon vor Jahren ein solches Projekt geplant, es aber nie umgesetzt.

So läuft die Umrüstung

Der Umbau dauert etwa vier Monate. Zuerst werden sämtliche Komponenten - wie zum Beispiel Sitze - ausgebaut. Die Techniker bauen dann eine neue Fußbodenstruktur ein und installieren Kugel- und Rollbahnen für die Container. Nachdem auch die Bordysteme angepasst worden sind, wird die umgebaute Maschine getestet und anschließend ausgeliefert.

Von: airliners.de, dpa-AFX
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