Eine App für alle Flughäfen

23.06.2017 - 08:38 0 Kommentare

Die Airport-App Flio ist nicht nur für Passagiere interessant - das Geschäftsmodell dahinter zielt auch auf die Flughafenbetreiber. Die sollen sich eine airporteigene App sparen.

Die Flio-App bietet für Passagiere einige Mehrwerte - für Flughafenbetreiber, Gastronomie und Retailer auch. - © Screenshots: © airliners.de -

Die Flio-App bietet für Passagiere einige Mehrwerte - für Flughafenbetreiber, Gastronomie und Retailer auch. Screenshots: © airliners.de

Flio ist angetreten, das App-Chaos auf den Smartphones von Reisenden zu lichten. Wie andere Anbieter auch, setzt Flio für die Infos zu den enthaltenen Flughäfen auf Datenschnittstellen sowie die Erfahrungen ihrer Nutzer. Dies sagte André Wessoly im Gespräch mit airliners.de. Wessoly koordiniert die internationalen Vertriebs- und Marketingaktivitäten von Flio aus Hamburg aus.

"Was Flio aber grundsätzlich unterscheidet ist, dass wir enge Partnerschaften mit den Flughafenbetreibern suchen." Die könnten nämlich den Umfang der Angebote rund um ihren Flughafen bei Flio mitgestalten.

Neben der einfachen Basis-Partnerschaft für die Pflege genereller Airport-Infos bietet der App-Betreiber auch erweiterte Kooperationsmodelle für Flughäfen, wie Wessoly erläutert. Damit könnten Flughäfen beispielsweise auch eigene Bezahlangebote wie etwa Parken, Fasttrack-Zugänge oder Lounge-Tickets direkt in Flio einbinden.

Alternative zur flughafeneigenen App

Somit positioniert sich Flio aus Airportsicht als vollwertige Alternative zur eigenen App. Was einige Flughäfen nicht mögen, sehen andere als Chance, ohne größeren technischen Aufwand ein umfangreiches App-Angebot für den eigenen Standort zu präsentieren.

"Die Preise für unsere Partnermodelle richten sich nach den Passagierzahlen der Flughäfen", so Wessoly. Kleinere Flughäfen, die oft die Investitionen in eine eigene App scheuen, könnten Flio bereits für wenige hundert Euro pro Monat nutzen.

Mit diesem Ansatz hat Flio bereits einige Flughäfen für sich gewonnen. Im deutschsprachigen Raum koordinieren etwa Köln/Bonn, Weeze und Salzburg ihre Flio-Inhalte selbst.

"Je mehr Flughäfen mitmachen, desto besser wird es für alle", sagt auch Florian Kruse, Marketingchef am Flughafen Bremen. Bremen ist ein Beispiel für einen Flughafen, der Flio als "eigene" App betrachtet und als diese bewirbt. Lädt ein Nutzer die App in Bremen und Umgebung herunter, wird sie sogar mit dem Flughafen-Logo versehen.

"Zuvor hatten wir eine eigene App, die trotz laufender Kosten nicht mehr State of the Art war", fasst Kruse die Situation zusammen. "Mit Flio haben wir eine universelle Vertriebsplattform zur Hand, über die wir Umsätze für unsere eigenen Angebote generieren und sogar gemeinsame Aktivitäten mit unseren Retail-Partnern aufsetzen können."

© airliners.de, PlaceIt by Breezi Lesen Sie auch: Es gibt viel zu viele Apps Digital Passenger (8)

Marketing-Kooperationen mit großen Flughafen-Retailern und Restaurants erweitern nämlich im Zusammenspiel mit einer Analyse der Metadaten das Cross-und Upselling-Potenzial für die einzelnen Anbieter. Dies sind aus Nutzersicht zumindest in der Marketingtheorie attraktive Sonderangebote.

Aber nicht alle Flughäfen wollen komplett auf Flio setzen. Amsterdam ist ein Beispiel für einen internationalen Großflughafen, der neben seiner eigenen App Flio dennoch umfangreich pflegt. Im Rahmen von Gegengeschäften können derartige Partnerflughäfen laut Wessoly sogar von Umsätzen profitieren, die Flio-Nutzer systemweit generieren.

Für die Reisenden präsentiert sich die App derweil zunächst einmal als universeller Begleiter für so gut wie jeden Flughafen weltweit. "Grundidee für Flio war ein Assistent, der das Login zum richtigen Flughafen-WLAN vereinfacht", sagt Wessoly. Dieser Servicegedanke sei auch weiterhin ein wichtiger Grund für die Nutzer, mit Flio zu reisen.

Wir wollen das Reisen insgesamt einfacher machen.

André Wessoly

Immerhin: An- und Abflüge werden für alle enthaltenen 2500 Flughäfen aufgelistet. Eine Übersicht zu den wichtigsten Passagierservices wie etwa Geldautomaten gibt es bei durchaus vielen Flughäfen und so gut wie alle Großflughäfen sind in Flio mit einem detaillierten Terminal-Lageplan ausgestattet.

"Wer viel reist kennt den App-Salat auf dem Smartphone", beschreibt Wessoly die Situation: Airlines, Hotels und Flughäfen würden mit ihren Lösungen um die Gunst der Smartphone-Nutzer buhlen. "Für die Reisenden ergibt sich daraus aber kein Mehrwert, sondern vielmehr ein heilloses Durcheinander."

Darum sieht sich Flio auch nicht nur als Airport-App: "Wir wollen das Reisen insgesamt einfacher machen und den Aufenthalt am Airport entstressen." Ein Beispiel für die Integration immer weiterer Features sei etwa die Kooperation mit rentalcars.com: "Neben Mietwagen sollen Nutzer zukünftig auch Flughafennahe Hotels in Flio buchen können. Im nächsten Schritt arbeiten wir daran, Indoor-Navigation sowie Meilen- und Bonusprogramme von Fluggesellschaften in die App mit aufzunehmen und das User-Erlebnis noch mehr zu personalisieren."

Von: dh
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