Interview

"Ein Verkauf als Ganzes hat Vorteile"

08.02.2019 - 07:04 0 Kommentare

Der Thomas-Cook-Konzern will seine Airlines verkaufen. Im Kurzinterview mit airliners.de verteidigt Airline-Gruppen-Chef Debus die Entscheidung und zeigt Wege auf, die er sich neben einem Komplettverkauf vorstellen kann.

Christoph Debus.

Christoph Debus.
© Thomas Cook

Zum Reisekonzern Thomas Cook gehören mehrere Airlines.

Zum Reisekonzern Thomas Cook gehören mehrere Airlines.
© AirTeamImages.com - Rudi Boigelot

Überraschende Entwicklung: Weil sie sich finanziell so gut entwickeln und damit ganz anders als der Gesamtkonzern, stellt der Reiseveranstalter Thomas Cook seine Airline-Sparte (inklusive der deutschen Condor) auf den Prüfstand. Man präferiere einen Komplettverkauf, sei aber für alle Möglichkeiten offen, sagt Group-Airline-Chef Christoph Debus im Gespräch mit unserer Redaktion.

airliners.de: Herr Debus, wieso verkauft der Konzern die Airlines?
Christoph Debus:
Die Thomas Cook Group möchte höhere finanzielle Flexibilität und Ressourcen, um die Umsetzung ihrer Kernstrategie beschleunigen. Diese besteht in der Stärkung des Portfolios eigener Hotelmarken, die Vertriebskanäle weiter zu digitalisieren und die Effizienz im gesamten Unternehmen zu steigern.

Gibt es schon Kontakt zu potenziellen Interessenten?
Wir stehen noch ganz am Anfang dieses Review-Prozesses, bei dem alle Optionen geprüft werden. Das Board hat am Mittwochmorgen die Entscheidung getroffen, aktiv auf potenzielle Investoren zuzugehen.

Zum Interviewpartner

Seit viereinhalb Jahren verantwortet Christoph Debus im Thomas-Cook-Konzern die Airline-Sparte mit ihren aktuell fünf AOCs (Condor, Thomas Cook Airlines UK, Thomas Cook Airlines Scandinavia, Thomas Cook Airlines Balearics und Thomas Cook Aviation). Debus hat Maschinenbau in Darmstadt sowie Lyon studiert und kam danach als Manager zu Roland Berger, wo er bis zu seinem Ausscheiden 2004 zuletzt Partner war. Danach war er Finanzchef von Condor und COO von Air Berlin.

Sie präferieren einen Komplettverkauf - sprich, wenn ich nur eine Airline haben will, winken Sie mir ab?
Nein, alle Optionen werden geprüft, wenngleich es natürlich klar ist, dass der Verkauf als Ganzes durchaus Vorteile hat. Denn mit einem starken Investor könnte man die weiteren Investitionen in unsere Airlines tätigen und fortlaufend profitables Wachstum sichern. In den vergangenen vier Jahren haben wir die Airlines im Thomas-Cook-Konzern als eine Geschäftseinheit zusammengeführt, um von Größenvorteilen zu profitieren.

Können Sie sich auch ein Joint-Venture als Lösung vorstellen?
Wie gesagt: Alle Optionen werden geprüft, also Ja.

© AirTeamImages.com, Simon Willson Lesen Sie auch: Thomas Cook will Airlines verkaufen

Und als nächstes verkaufen Sie dann Ihre Hotels?
Die Thomas-Cook-Gruppe hat hier eine strategische Prüfung bekannt gegeben, um Hotels zu kaufen, nicht zu verkaufen.

Herr Debus, vielen Dank für das kurze Gespräch.

Von: airliners.de
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