Ein gutes Jahr für die großen europäischen Airlinegruppen

19.03.2019 - 07:06 0 Kommentare

Die drei großen europäischen Airline-Konzerne blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Während IAG und Air France-KLM deutliche Gewinnzuwächse melden, bleibt die Lufthansa Group in diesem Bereich zurück.

Passagierflugzeug am Himmel - © © dpa - Frank Rumpenhorst

Passagierflugzeug am Himmel © dpa /Frank Rumpenhorst

Es war ein richtig gutes Jahr für die großen Drei Europas: Lufthansa, IAG und Air France-KLM konnten sich vor dem Hintergrund der aktuellen Konsolidierung in der Branche nachhaltig entwickeln.

So kletterte der Umsatz bei IAG um sieben Prozent auf 24,4 Milliarden, der Gewinn legte um 44 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro stark zu. Bei Air-France-KLM hat sich der Gewinn weiter stabilisiert und liegt nun bei 409 Millionen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Der Umsatz legte um 2,5 Prozent leicht auf 26,5 Milliarden Euro zu.

Einzig bei der Lufthansa Gruppe zeigt die Gewinnkurve derzeit nicht nach oben, verharrt nach dem Rekordjahr 2017 jedoch weiter auf hohem Niveau. Mit einem Gewinn von 2,2 Milliarden Euro liegt der Konzern acht Prozent unter dem letztjährigen Ergebnis. Der Umsatz wuchs im gleichen Zeitraum um knapp sechs Prozent auf einen neuen Rekordwert von 35,8 Milliarden Euro.

Umsatz und Gewinn 2018
(in Mio Euro)
Kennzahl Umsatz Operatives Ergebnis Gewinn (EBIT)
Lufthansa 35800 2800 2200
Air France/KLM 26500 1332 409
IAG 24400 3230 2900
Prozentuale Veränderung
im Vergleich zum Vorjahr
Kennzahl Umsatz Operatives Ergebnis Gewinn (EBIT)
Lufthansa 6 -4 -8
Air France/KLM 2.5 -9.9 150
IAG 7 10 44

Quelle: Angaben der Unternehmen

Verantwortlich für den Gewinn-Rückgang sind aus Sicht des Lufthansa-Managements neben den höheren Kosten für Kerosin auch die Eingliederung der 77 früheren Air-Berlin-Jets bei der Tochter Eurowings. Zwei Argumentationsstränge, die sich ähnlich auch bei IAG und Air France-KLM finden, wenn man die Entscheider auf die kurz- und mittelfristigen Herausforderungen anspricht: Mit einem weiter steigenden Kerosin-Preis umgehen und gleichzeitig Wachstum, Verzahnung und Integration der einzelnen Airlines im Konzernverbund vorantreiben.

Umstrukturierungen und Brexit beschäftigt

Für Air France-KLM unter dem erst seit einigen Monaten waltenden neuen Konzernchef Benjamin Smith bedeutet das eine Fokussierung auf die beiden Kernmarken. Nach dem Ende der "Lifestyle-Airline" Joon, die nur knapp zwei Jahre am Markt war, steht mit der Regionaltochter Hop die nächste Airline-Marke im Konzern zur Disposition. Außerdem soll eine übergeordnete Management-Ebene aus Vertretern von Air France und KLM eingeführt werden, um die Zusammenarbeit in der Gruppe zu verbessern. Für das kommende Jahr erwartet Smith einen Anstieg der Treibstoffkosten um mehr als zehn Prozent auf 5,6 Milliarden Euro.

Die IAG konnte 2018 mit all ihren Airlines Gewinne verzeichnen, vor allem Iberia scheint mit einem Gewinnplus von fast 17 Prozent wieder in die Spur zu finden. Trotz höherer Kerosinkosten hat die Airline-Gruppe deutlich mehr verdient als 2017 und nennt als Grund hierfür vor allem eine stark gestiegene Nachfrage. Auch für 2019 rechnet man mit weiter wachsenden Passagierzahlen, trotz des Brexits, der vor allem auf die „cash cow“ British Airways (Gewinn 2018: 2,2 Milliarden Euro) Auswirkungen haben dürfte. Auch die Eigentümerfrage steht bei IAG im Brexit-Jahr auf der Tagesordnung, denn um als europäische Fluglinie nach EU-Recht zu gelten, müssen Airlines mehrheitlich von Eigentümern aus einem EU-Staat kontrolliert werden. Das muss IAG den EU-Behörden noch beweisen.

Herausforderungen sind Luftraumengpässe und Treibstoffkosten

Die Lufthansa wiederum sieht vor allem unzureichende Kapazitäten im europäischen Luftraum und eine teils überforderte Flugsicherung als unmittelbare Herausforderungen für 2019. Entschädigungen für Flugausfälle und Verspätungen kosteten die Gruppe im vergangenen Jahr 518 Millionen Euro. Abhilfe soll eine Reserveflotte aus bis zu 37 Flugzeugen schaffen, die vor allem im Sommer Flugausfälle und Verspätungen vermeiden sollen.

Auch mit weiter teils stark steigenden Treibstoffkosten rechnet das Kranich-Management. Die kürzlich bekannt gewordene Bestellung über mehr als 40 spritsparende Flugzeuge der Typen A350 und Boeing 787 ist dabei wohl der wichtigste Weg, dem Kostendruck mittel- und langfristig zu begegnen.

Von: dk
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