Ehrlich kommunizieren schont die Branche und die Umwelt

01.12.2015 - 16:01 0 Kommentare

Ein Sympathieträger in Sachen Umweltschutz ist die Luftfahrt nicht. Ehrliche Kommunikation ist die Lösung, meint airliners.de-Chefredakteur David Haße mit Blick auf den Pariser Klimagipfel. Denn "Greenwashing" hat die Branche gar nicht nötig.

Aktivisten persiflieren pünktlich zum derzeit stattfindenden Klimagipfel in der französischen Hauptstadt die Umweltaussagen von Großunternehmen mit einer ganzen Reihe von Plakaten.

Aktivisten persiflieren pünktlich zum derzeit stattfindenden Klimagipfel in der französischen Hauptstadt die Umweltaussagen von Großunternehmen mit einer ganzen Reihe von Plakaten.
© brandalism.org.uk

Aktivisten persiflieren pünktlich zum derzeit stattfindenden Klimagipfel in der französischen Hauptstadt die Umweltaussagen von Großunternehmen mit einer ganzen Reihe von Plakaten.

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"Das Klimaproblem anpacken - natürlich nicht, wir sind eine Airline" steht auf einem Plakat in der Pariser Innenstadt. Eine Air-France-Flugbegleiterin hält sich den Zeigefinger vor die Lippen: "Psst, nicht weitersagen - als Sponsor der Klimakonferenz bestechen wir die Politik, um weiter aus purer Profitgier Treibhausgase in die Luft blasen zu können…"

Natürlich wurde diese scheinbar entwaffnend ehrliche Botschaft nicht von Air France in Auftrag gegeben. Aktivisten persiflieren pünktlich zum derzeit stattfindenden Klimagipfel in der französischen Hauptstadt die Umweltaussagen von Großunternehmen mit einer ganzen Reihe von Plakaten.

Nun kann man über die Klimawirkung von Flugreisen vortrefflich streiten. Nur stimmt es wirklich, dass Fluggesellschaften aus Profitstreben kein Interesse daran haben, den Verbrauch zu senken? So wie man aus dem gleichen Grund etwa der Automobilindustrie vorwerfen könnte, trotz aller Umweltbedenken weiterhin spritschluckende PS-Giganten anzubieten und bei den Emissionen zu tricksen?

Wohl kaum. Dennoch stehen Fluggesellschaften Umweltimage-mäßig auf gleicher Ebene wie die Autoindustrie oder Ölkonzerne. Bravo! Wie kommt es dazu? Warum nimmt niemand ernst, was die Luftfahrtbranche zu ihren Anstrengungen in Sachen Spritsparen kommuniziert? Könnte es vielleicht an stolz präsentierten CO2-Sparstatistiken und Umwelt-Floskeln liegen, die auch in anderen Branchen ohnehin kaum jemand wirklich glaubt?

Es liegt nun mal in der Natur der Sache, dass alle Formen der Mobilität per se nicht "umweltfreundlich" sein können. Grüne Spezialausgaben von Passagiermagazinen wirken möglicherweise bei der Bahn überzeugend. Wenn aber ein Verkehrsträger kein positives Umweltimage hat, merken die Leute solcherlei kommunikatives "Greenwashing" sogar noch viel schneller. Da sollte man das lieber ganz lassen.

Es geht ums Geldsparen; CO2-Sparen ist ein netter Nebeneffekt

Könnte vielleicht stattdessen wirklich echte Ehrlichkeit der Weg zum besseren Umweltimage für die Luftfahrt sein? Es ist doch ganz einfach: Fluggesellschaften wollen Geld verdienen und Treibstoffkosten sind für einen Löwenanteil der Ausgaben verantwortlich. Und wenn darum Kerosin eingespart wird, wo immer es geht, ist das in diesem Fall eben auch für die Umwelt gut. Diese Kommunikation ist ehrlich, glaubhaft und leuchtet deshalb ein.

© AirTeamImages.com, Jorgen Syversen Lesen Sie auch: Luftfahrt ist Thema auf Weltklimagipfel in Paris

Warum hat also die Branche nicht den Mut, ihre Bemühungen um treibstoffsparendes Fliegen offen und ehrlich zu kommunizieren? Es geht nun mal wie überall um den schnöden Mammon. Beim Thema Treibstoffverbrauch führt das dann sogar zu Einsparungen bei den Emissionen. Warum also das Pferd gekünstelt von hinten aufzäumen?

Wenn also zukünftig in den Umweltbroschüren aller Luftverkehrsanbieter statt von CO2-Einsparpotenzialen als Grund für die neue Flotte ehrlich in erster Linie von Kostensenkungsmaßnahmen geschrieben stünde, würde auch der Umweltaspekt an anderer Stelle glaubhafter.

Dann würden eventuell auch die Politiker erkennen, dass es für Fluggesellschaften ohnehin überlebenswichtig ist, Kerosin zu sparen. Ein Emissionshandel als zusätzlicher Effizienzdruck wäre dann logischerweise gar nicht mehr nötig. Und das scheint mir dann doch wahrlich mal eine entwaffnende Erkenntnis.

Nachtrag vom 31.03.2016: Wie ich meine vorbildlich hat das gerade Fedex gemacht. Die Frachtfluggesellschaft kommuniziert in ihrer Pressemitteilung zum Nachhaltigkeuitsbericht den Umweltaspekt unter Kostengesichtspunkten. Die Überschrift: "Mehr als eine Milliarde US-Dollar an Flugzeugtreibstoff eingespart" Glaubwürdig, fertig.

Über den Autor

David Haße David Haße ist Herausgeber und Chefredakteur von airliners.de. Der studierte Marketing- und Kommunikationsfachmann ist beruflich seit rund 15 Jahren in der Onlinebranche zu Hause. 2007 wagte er mit dem zuvor als Projekt gestarteten airliners.de den Schritt in die Selbständigkeit. Kontakt: david.hasse@airliners.de

Von: dh
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