Easyjet und Airbus testen Vulkanasche-Detektor

04.06.2010 - 17:00 0 Kommentare

Easyjet und Airbus wollen in den nächsten Monaten ein neues Asche-Erkennungssystem testen. Die neue Technologie soll es Piloten ermöglichen, in der Luft befindliche Vulkanasche zu erkennen und ihre Flugrouten entsprechend anzupassen.

Der isl - © © dpa, V. Gunnarsson -

Der isl © dpa, V. Gunnarsson

Die Fluggesellschaft Easyjet und der Flugzeugbauer Airbus wollen ein neues Früherkennungssystem für Vulkanasche testen. Die Technologie wurde von dem norwegischen Wissenschaftler Fred Prata unter dem Namen AVOID (Airborne Volcanic Object Identifier and Detector) entwickelt. Der erste Testflug wird von Airbus im Auftrag von Easyjet in den nächsten zwei Monaten mit einem Airbus-A340-Testflugzeug durchgeführt, wie Easyjet am Freitag mitteilte.

Vorbehaltlich der Testergebnisse plant die Airline, die Technologie an eigenen Flugzeugen zu erproben. Ziel sei es, genügend Flugzeuge damit auszustatten, um zukünftig Betriebsstörungen durch Asche zu minimieren. Bereits durchgeführte Tests an kleineren Flugzeugen und Hubschraubern seien durchweg erfolgreich gewesen.

Easyjet stellte das System in London als ein «Wetterradar für Asche» vor. Es basiert auf einer Infrarot-Technologie, die auf Flugzeugen platziert wird. So können Bilder an die Piloten und an das Flugsteuerungszentrum der Airline geliefert werden.

Die Bilder sollen es einem Piloten ermöglichen, eine Aschewolke aus 100 Kilometern Entfernung und in Höhen zwischen 5.000 und 50.000 Fuß (1.500 und 15.000 Metern) zu erkennen. Der Pilot könne seine Flugroute so entsprechend anpassen und Aschewolken ausweichen, hieß es weiter.

Prata vom norwegischen Luft-Forschungsinstitut NILU sagte, Hintergrund für die jetzt beginnende Testphase sei der Vulkanausbruch unter dem isländischen Eyjafjalla-Gletscher, der den europäischen Flugverkehr wochenlang lahmgelegt hatte: «Es gab bis dahin nicht das geringste kommerzielle Interesse an unserem System bei den Fluggesellschaften.» Er bezeichnete das AVOID-System als «nach jahrelanger Arbeit jetzt ausgereift».

Nach Pratas Angaben muss sein Früherkennungssystem von den jeweiligen nationalen Flugaufsichtsbehörden genehmigt werden. Testflüge werden nach seinen Angaben für die Umgebung des sehr oft aktiven italienischen Vulkans Ätna auf Sizilien geplant.

Von: dpa, airliners.de
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