Easyjet meldet "starken Start" ins Finanzjahr

23.01.2018 - 13:59 0 Kommentare

Der britische Billigflieger Easyjet konnte sich im vergangenen Quartal bei fast allen Geschäftszahlen verbessern. Nicht nur die Probleme bei der Konkurrenz beflügelten das Umsatzwachstum.

Der neue Easyjet-Chef Johan Lundgren. - © © Easyjet -

Der neue Easyjet-Chef Johan Lundgren. © Easyjet

Easyjet profitiert von der Konsolidierung in der europäischen Luftfahrt: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres konnte der Low-Cost-Carrier die Zahl der Passagiere, die Auslastung und den Umsatz pro Passagier steigern. Der neue Airline-Chef Johan Lundgren sprach bei der Vorstellung der Zahlen von einem "starken Start in das Finanzjahr".

In den Monaten Oktober bis Dezember 2017 stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Zahl der Passagiere um acht Prozent auf 18,8 Millionen. Die Auslastung verbesserte sich um 2,1 Prozentpunkte auf über 92 Prozent. Der Umsatz wuchs zweistellig: um 14,4 Prozent auf umgerechnet 1,3 Milliarden Euro. Der Umsatz pro Sitz kletterte währungsbereinigt um 6,6 Prozent auf umgerechnet rund 63 Euro.

20 Prozent mehr Zusatzverkäufe

Begünstigt wurde die Entwicklung bei Easyjet nach Unternehmensangaben durch die Schwäche konkurrierender Airlines: Die Insolvenzen von Air Berlin, Monarch Airlines und Alitalia sowie die massiven Flugstreichungen bei Ryanair befeuerten die Nachfrage. Zudem habe man den Verkauf von Zusatzleistungen erheblich ausgeweitet, berichtete Lundgren. Der Umsatz stieg hier um über 20 Prozent auf 257 Millionen Euro.

Noch interessiert an Alitalia

Easyjet ist weiterhin daran interessiert, Teile der insolventen Alitalia zu übernehmen. Das sagte Airline-Chef Lundgren bei der Vorstellung der Quartalszahlen. Der britische Billigflieger gehörte zu Jahresbeginn nach Angaben der italienischen Regierung neben der Lufthansa Group und dem US-Finanzinvestor Cerberus zu den letzten verbliebenen Bietern. Zuletzt äußerten sich aber Lufthansa und Easyjet zurückhaltend. Gleichzeitig sind laut Presseberichten Delta Air Lines und Wizz Air als Interessenten erneut auf den Plan getreten.

Gleichzeitig sanken dank günstiger Treibstoffpreise die Kosten pro Flugsitz währungsbereinigt um 3,3 Prozent auf gut 60 Euro. Gestiegen sind dagegen die Kosten durch Streiks, schlechtes Wetter und Gehaltserhöhungen. Einmalige Kosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro entstanden durch die Umregistrierung von Flugzeugen bei der österreichischen Tochter Easyjet Europe.

Gute Aussichten für 2018

Für das zweite Quartal verzeichnet Easyjet ein Plus bei den Vorausbuchungen und erwartet einen weiteren Anstieg des Umsatzes pro Sitz. Lundgren stellt für 2018 eine "Reihe von Meilensteinen" in Aussicht: Die Passagierzahlen sollen von 80 auf 90 Millionen steigen, die Flotte soll bereits im Frühjahr auf über 300 Flugzeuge anwachsen.

Wichtiger Wachstumsfaktor ist die Einrichtung der neuen Basis in Berlin-Tegel. Dafür veranschlagt Easyjet in diesem Jahr einen Verlust von rund 68 Millionen Euro und Einmalbelastungen in Höhe von 114 Millionen Euro.

© airliners.de , Andreas Sebayang Lesen Sie auch: Easyjet eröffnet Basis in Berlin-Tegel

Für das Ende September zu Ende gehende Geschäftsjahr erwartet die Airline derzeit einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 540 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr verzeichnetet sie noch einen Gewinnrückgang und erzielte nur 464 Millionen Euro.

Von: pra mit Material von dpa
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