Easyjet schmiedet weltweite "Billigflieger-Allianz"

"Easyjet Worldwide": Der britische Billigflieger baut eine interkontinentale Allianz der Billigflieger. Die Langstrecken-Umsteigeverbindungen laufen über den Airport London-Gatwick. Das soll nur der Anfang sein.

Easyjet bringt Fluggäste mit Norwegian auf die Langstrecke. - © © Easyjet -

Easyjet bringt Fluggäste mit Norwegian auf die Langstrecke. © Easyjet

Nach Ryanair dringt auch der britische Billigflieger Easyjet mithilfe von Partnern in das Geschäft mit Langstreckenflügen vor. Am Londoner Flughafen Gatwick können Easyjet-Passagiere ab sofort in die Langstreckenjets des norwegischen Billigfliegers Norwegian und der kanadischen Westjet umsteigen, teilte Easyjet jetzt mit.

Im gemeinsamen Angebot der drei Fluggesellschaften stehen Flüge zwischen Europa und Asien sowie Nord- und Südamerika inklusive Anschlussflügen. Die neue Plattform ermöglicht zudem Umsteigeverbindungen im europäischen Easyjet-Netz. Für Flüge in Europa gehört zudem die schottische Regionalfluggesellschaft Loganair zu den Partnern.

Demnächst soll "Easyjet Worldwide" den Angaben nach weiter ausgebaut werden. Man spreche mit weiteren Fluglinien aus Europa, dem Nahen Osten sowie Asien über Partnerschaften, so der britische Billigflieger. Perspektivisch will Easyjet dann auch Umsteigeverbindungen an den Flughäfen Amsterdam, Barcelona, Genf, Paris und Mailand aufbauen. Deutsche Flughäfen werden nicht genannt.

Billigflieger punkten eigentlich mit Punkt-zu-Punkt-Verkehr

Klassischerweise bieten Billigfluglinien nur Point-to-Point-Verbindungen zwischen zwei Flughäfen an. Wer einen Anschlussflug plant, braucht in der Regel ein weiteres Ticket - und ist beim Umsteigen und dem Umladen des Gepäcks auf sich selbst gestellt. Das Konzept sorgt für einfache Abläufe und niedrigere Kosten.

© Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Günter Wicker Lesen Sie auch: Die Geschäftsmodelle der Billigflieger Aviation Management

Auch Europas größter Billigflieger Ryanair hatte allerdings jüngst ein Umsteiger-Angebot am Flughafen Madrid aufgesetzt. Partner ist dabei dioe spanische Air Europa. Dabei handelt es sich nicht um Codesharings, wie die Airline auf airliners.de-Nachfrage präzisierte. Die Air-Europa-Flüge seien lediglich über Ryanair buchbar. Zuvor hatte auch Ryanair mit Norwegian gesprochen.

Luftfahrtexperte Michael Santo von der Unternehmensberatung HUZ fällt vor allem die Partnerwahl ins Auge: "Bislang ist Norwegian ja Stammpartner von Ryanair - doch auch wenn es da ein wenig kriselt, sieht es so aus, als wenn die europäischen Low-Cost-Carrier nun eine gemeinsame Allianz für Langstreckenflüge schmieden." Ob Norwegian allerdings im Lead ist, wie Anfang des Jahres von Norwegian-Chef Bjorn Kjos dem Sender CNN gesagt, könne nun durchaus hinterfragt werden.

Gepäck wird nicht durchgecheckt

Denn die neue Plattform ist zumindest zunächst vor allem auf Easyjet und Gatwick ausgerichtet. Aufgegebenes Gepäck müssen die Kunden aber selbst vom Gepäckband holen und für den nächsten Flug abgeben. Dafür werden 15 britische Pfund (umgerechnet rund 16,61 Euro) fällig. Bisher steigen in Gatwick den Angaben zufolge jährlich fast 200.000 Fluggäste in eigener Regie zwischen Easyjet-Flügen um.

Die Gesellschaft versucht bei ihrem neuen Angebot zu vermeiden, dass sich Flüge verspäten, weil eine Maschine auf Anschlusspassagiere warten muss. Daher soll das Angebot nur verfügbar sein, wenn zwischen geplanter Ankunft und Abflug mit einer Partner-Airline mindestens zweieinhalb Stunden Zeit ist. Wer einen Flug verpasst, soll den Angaben nach auf den "nächsten verfügbaren" Flug umgebucht werden.

Von: cs, dh mit Material von dpa

Datum: 13.09.2017 - 16:22

Adresse: http://www.airliners.de/easyjet-langstreckenallianz/42341