Easyjet hat Kandidaten für neue EU-Fluglizenz im Visier

18.11.2016 - 10:20 0 Kommentare

Um nach dem Brexit weiter problemlos am europäischen Luftverkehrs-Binnenmarkt teilnehmen zu können, plant Easyjet eine eigene Fluglizenz in einem anderen EU-Staat. Dabei wird es sich wohl nicht um ein Land in Kontinentaleuropa handeln.

Carolyn McCall, CEO Easyjet - © © dpa - Christian Charisius

Carolyn McCall, CEO Easyjet © dpa /Christian Charisius

Um nach einem Austritt Großbritanniens aus der EU - dem sogenannten Brexit - nicht vom Luftverkehrs-Binnenmarkt ausgeschlossen zu werden, will sich Easyjet um eine eigene Fluglizenz in einem anderen EU-Staat bemühen. Im kommenden Jahr werde es soweit sein, zitierte "The Irish Times" Airline-Chefin Carolyn McCall. Wie es weiter hieß, werde das AOC wohl in Irland beantragt.

Easyjet-Kapazitäten
Kapatität
auf Strecken inner-UK 9.2
auf Strecken von/nach UK 57.1
auf anderen Strecken in Europa 33.7

Quelle: ch-aviation (angebotene Sitzplatzkapazitäten 07-12/2016)

Als ein weiterer möglicher Kandidat wurde Zypern genannt. Von dort stammt Easyjet-Gründer Stelios Haji-Ioannou. Auch mit den niederländischen Behörden sollen Gespräche erwogen werden. Bereits kurz nach der Brexit-Entscheidung hatte Easyjet mitgeteilt, man werde "alternative Möglichkeiten entwickeln, um das bestehende Netzwerk und Betriebsabläufe vollständig aufrecht zu erhalten".

Easyjet-Tochter in der Schweiz

In der Schweiz hat Easyjet bereits eine eigene Operations aufgebaut. Insgesamt 23 Flugzeuge fliegen als "Easyjet Switzerland SA" von Basel und Genf aus und bedienen ein dichtes Streckennetz über ganz Europa. Die Schweiz ist nicht Teil des ECAA, hier gelten bilaterale Regelungen mit der EU.

Die britische Low-Cost-Airline hatte bereits im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr erste Folgen des Brexit-Votums zu spüren bekommen. Die Ryanair-Rivalin verdiente unter dem Strich mit 427 Millionen Pfund (496 Millionen Euro) rund 22 Prozent weniger als im Vorjahr.

© dpa, Andy Rain Lesen Sie auch: Brexit-Folgen für den Luftverkehr

Auch andere Fluggesellschaften haben bereits Auswirkungen des angekündigten Brexits zu spüren bekommen. So musste die International Airlines Group (IAG) - Mutterkonzern von British Airways, Iberia, Vueling und Aer Lingus - Ende Oktober die Gewinnprognose erneut senken. Das gilt auch für den irischen Billigfliegers Ryanair, für den das Großbritannien-Geschäft eine große Bedeutung hat.

Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte wegen des erwarteten EU-Austritts des Landes bereits angekündigt, die für das kommende Geschäftsjahr erwarteten 50 neuen Flugzeuge nur zum Ausbau des Geschäfts außerhalb Großbritanniens einzusetzen.

Alle Nachrichten zu den Auswirkungen des Brexits auf die Luftverkehrsbranche gibt es auf unserer Themenseite.

Von: gk
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