Air-Berlin-Deal von Easyjet bekommt wohl EU-Okay

05.12.2017 - 10:30 0 Kommentare

Während Lufthansa noch um die EU-Genehmigung für den Kauf von Air-Berlin-Teilen bangen muss, bekommt Easyjet offenbar schon in der nächsten Woche das OK der Kommission. Indes werden Details zum Kranich-Verzicht bekannt.

Flugzeug von Easyjet: Kommt nächsten Dienstag schon das OK aus Brüssel? - © © AirTeamImages.com - Javier Guerrero

Flugzeug von Easyjet: Kommt nächsten Dienstag schon das OK aus Brüssel? © AirTeamImages.com /Javier Guerrero

Der Easyjet-Deal wird wohl ohne Auflagen der EU-Kommission genehmigt. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider. Demnach wollen die Kartellwächter bereits am kommenden Dienstag (12. Dezember) grünes Licht für den Kauf des Tengel-Engagements geben. Brüssel wollte sich dazu nicht äußern.

Easyjet will von der insolventen Air Berlin einen Großteil des Geschäfts am Heimatflughafen Berlin-Tegel übernehmen - inklusive vieler Buchungen. Dafür bieten die Briten rund 40 Millionen Euro. Gleichzeitig kündigten sie an, bis zu 1000 Mitarbeiter an der neuen Basis anzustellen.

Im Januar will Easyjet in Tegel starten. Zunächst mit zwei eigenen Maschinen und hinzugeleasten Kapazitäten - unter anderem wird auch Condor für Easyjet abheben. Weitere Airlines sollen zunächst ebenfalls im Wet-Lease für Easyjet abheben. Bis Oktober wollen die Briten nach und nach insgesamt 25 Maschinen am Cityairport der Hauptstadt stationieren.

Easyjet in Berlin-Tegel im kommenden Jahr
Wet-Lease Easyjet
Jan 12 2
Feb 12 3
März 12 5
April 14 6
Mai 13 7
Juni 13 10
Juli 11 14
Aug 3 22
Sep 3 22
Okt 3 22
Nov 0 25

Die Grafik zeigt das Engagement von Easyjet am Flughafen Berlin-Tegel in den Monaten Januar bis November 2018 im Verhältnis zu im Wet-Lease geflogenen Maschinen für den Billigflieger im gleichen Zeitraum.Quelle: Easyjet

Gegenwind bekommt Easyjet aber nun offenbar von Konkurrentin Ryanair, die bereits ankündigte, sich für Slots in Tegel beworben zu haben und zuversichtlich ist, diese bald zugesprochen zu bekommen. Den Plänen nach wollen die Iren ab Sommer 2018 neun Maschinen in Tegel stationieren - zusätzlich zu den neun Flugzeugen in Schönefeld.

Obwohl die Iata-Slotkonferenz bereits vor einigen Wochen stattgefunden hatte, könnten Ryanair Experten zufolge nachträgliche Slots zugesprochen werden, da Lufthansa für ihren Kauf von Air-Berlin-Teilen Zugeständnissen machen musste.

Slot-Zugeständnisse offenbar doch anders als verkündet

Der Kranich will mit den Air-Berlin-Töchtern LGW und Niki ein Paket übernehmen, das ungefähr dreimal so groß ist wie das von Easyjet. Da sich in der vergangenen Woche bereits Widerstand der EU gegen den Deal ankündigte, hat Lufthansa eingelenkt und will auf Start und Landerechte von Niki verzichten.

"Wir übernehmen praktisch eine Niki sozusagen ohne Slots, wenn es dann zum OK der Europäischen Kommission kommt", hatte Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr am Montag angekündigt. In Düsseldorf sollten gar keine Start- und Landerechte mehr bei dem österreichischen Ferienflieger bleiben, in Palma de Mallorca nur einige wenige, hieß es auf Nachfrage.

Laut der "Börsen Zeitung " befinde sich der Kranich-Konzern in einem "sehr konstruktiven Dialog" mit der EU-Kommission. Allerdings gehe es dabei nicht um eine Komplettaufgabe der Niki-Slots, wie es Spohr kolportiert, sondern um maximal gut ein Drittel. Die EU-Kommission wird ihre Entscheidung über den Lufthansa-Deal voraussichtlich am 21. Dezember verkünden.

© airliners.de - S. Drews, Lesen Sie auch: EU-Kommission will Lufthansa-Deal länger prüfen

Von: cs
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