Easyjet rechnet wegen Brexit mit schwierigem Halbjahr

01.04.2019 - 14:35 0 Kommentare

Brexit-Ungewissheiten und steigende Kerosinpreise machen Easyjet zu schaffen. Auch die Air-Berlin-Integration ist noch nicht ganz verdaut. Ab Juli hofft der Billigflieger auf höhere Durchschnittserlöse.

Eine A319 von Easyjet Europe. - © © AirTeamImages.com - Simone Ciaralli

Eine A319 von Easyjet Europe. © AirTeamImages.com /Simone Ciaralli

Ein aktuell schwaches Kundeninteresse und Brexit-Folgen lassen Easyjet vorsichtiger auf die zweite Hälfte des Geschäftsjahres blicken. Für sein zweites Geschäftshalbjahr von April bis September rechne Easyjet mit einer "Schwäche" in Großbritannien und in Europa, teilte der Billigflieger mit.

"Wir glauben, Ursprung sind die makroökonomischen Unsicherheiten und die vielen offenen Fragen rund um den Brexit", sagte Airline-Chef Johan Lundgren am Montag. Die schwache Nachfrage infolge der konjunkturellen Unsicherheiten und der nach wie vor vielen ungelösten Fragen rund um den britischen EU-Austritt würden die Ticketpreise in Großbritannien und ganz Europa drücken.

Entsprechend "vorsichtig" blickt Easyjet auf die kommenden Monate. Vor allem in den kommenden drei Monaten rechnet der Billigflieger mit einer schwachen Nachfrage. Ab Juli hoffe man wieder auf steigende Durchschittspreise. Dann sollen Maßnahmen zur Steigerung der Erlöse pro Ticket greifen. Zum anderen hofft der britische Konzern, dass dann mehr Klarheit in Sachen Brexit besteht.

Dennoch sieht sich der Billigflieger für den Brexit im Großen und Ganzen gerüstet. Nach der Gründung eines österreichischen Flugbetriebs und den Übergangsregelungen für den Flugverkehr zwischen Großbritannien und der EU werde Easyjet "weiterfliegen wie gehabt - egal was passiert", sagte Lundgren. Eine Hürde hat die Airline aber noch bei den Eigentumsverhältnissen zu nehmen.

© Easyjet, Lesen Sie auch: Brexit-Folgen: Easyjet nimmt ihre Eigentümerstruktur ins Visier

Eine Gewinnprognose für das laufende Jahr wagte das Unternehmen noch nicht. Im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende März legte der Umsatz nach vorläufigen Zahlen nur um gut sieben Prozent auf 2,34 Milliarden Pfund zu.

Für die zurückliegenden sechs Monaten muss das Unternehmen derweil einen um Sonderposten bereinigten Vorsteuerverlust von rund 275 Millionen Pfund (319 Millionen Euro) verbuchen. Gründe sind laut Easyjet die Osterferien, die dies Jahr erst im April liegen, und ein Anstieg der Treibstoffkosten. Auch die erheblichen Störungen des Luftverkehrs durch Drohnen am Londoner Flughafen Gatwick im Januar ziehen die Bilanz runter. Zudem belastet die kostspielige Integration von Air Berlin weiterhin.

Easyjet hatte nach der Air-Berlin-Pleite vor allem in Berlin große Teile des Marktes übernommen und dafür Anlaufverluste eingeplant. Mittlerweile ist der Billigflieger am Luftfahrtstandort Berlin der größte Anbieter.

© Flughafen Köln/Bonn, Lesen Sie auch: Easyjet belebt den innerdeutschen Luftverkehr Apropos (26)

Von: dh mit AFP, dpa
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