Easyjet will in Berlin weiter wachsen

07.05.2019 - 07:07 0 Kommentare

Nach der Air-Berlin-Teilübernahme hat Easyjet Berlin zu einem ihrer wichtigsten Standorte in Europa ausgebaut. Jetzt würde der Billigflieger gerne weiter wachsen. Doch das geht erst mit dem BER. Derweil muss Easyjet optimieren und konsolidieren.

Easyjet-Maschinen am Flughafen Tegel. - © © AirTeamImages.com - Markus Mainka

Easyjet-Maschinen am Flughafen Tegel. © AirTeamImages.com /Markus Mainka

Easyjet will ihr Angebt in Berlin weiter ausweiten. Das sagte der neue deutsche Country-Manager des Billigfliegers, Stephan Erler, anlässlich des 15. Jubiläums der Airline in der Hauptstadt. "Aktuell planen wir den Winter 2019/20 und den Sommer 2020", so Erler. Genaues will der Manager, der seit März für Easyjet den deutschen Markt betreut, noch nicht verkünden. Aber so viel sei sicher: "Es wird weitere Ziele in Berlin geben."

Wirklich großes Wachstum wird es an der Spree erst wieder mit der Eröffnung des BER geben. Darauf bereitet sich auch Easyjet bereits vor. Zweifel am geplanten Eröffnungstermin zum Winter 2020 will Erler nicht aufkommen lassen. Man sei bereits mit der Flughafengesellschaft in intensiven Gesprächen zur Nutzung des neuen BER-Terminals.

Bis dahin muss aber auch Easyjet schauen, wie man die vorhandenen Kapazitäten in Tegel und Schönefeld weiter optimieren kann. Für den Low-Cost-Carrier bedeutet das auch, zu konsolidieren. Denn anders als die meisten anderen Fluggesellschaften fliegt Easyjet in Berlin sowohl von Tegel als auch von Schönefeld – und es gibt sogar Ziele, die von beiden Berliner Flughäfen aus im Programm der Airline stehen.

Easyjet optimiert ehemalige Air-Berlin-Slots

Am ehemaligen Air-Berlin-Drehkreuz in Tegel, dem größeren der zwei Berliner Easyjet-Standorte, arbeitet die Fluggesellschaft derweil ebenfalls weiter an einer Optimierung der übernommenen Slots. Aktuell sei man damit beschäftigt, etliche für die Nutzung im Point-to-Point-Verkehr durch Easyjet nicht immer optimalen Air-Berlin-Slots neu zu denken. Man habe bereits einen großen Teil "verfeinert und verbessert", sagt Erler.

Auf den im Geschäftsreiseverkehr besonders wichtigen innerdeutschen Routen nach Frankfurt, München und Stuttgart sei dies bereits geschehen. Ziel ist dabei laut Erler unter anderem, attraktive Tagesrandverbindungen aufzusetzen – mit Erfolg: Rund ein Drittel der Easyjet-Reisenden von und nach Berlin seien bereits geschäftlich unterwegs.

"Es ist natürlich auch der Easyjet bekannt, dass es in Tegel eng ist", sagt Erler zur Situation in der Hauptstadt. Man sei aber auch dazu im engen Austausch mit dem Flughafen, um den Passagieren den Aufenthalt am Boden so angenehm wie möglich zu gestalten.

Dabei gilt der City-nahe Flughafen Tegel bei den Passagieren nach wie vor als attraktiv. Im ersten Quartal waren die Passagierzahlen zuletzt um fast ein Drittel gestiegen. Nun schickt sich Tegel sogar an, den Flughafen Düsseldorf als drittgrößten Airport Deutschlands vom Treppchen zu verdrängen.

© Berliner Flughäfen, Lesen Sie auch: Der drittgrößte Flughafen heißt jetzt Berlin-Tegel

Der Flughafen Schönefeld verzeichnete dagegen im Jahresvergleich einen Passagierrückgang. Vor diesem Hintergrund schaut sich Easyjet vor der BER-Eröffnung die Verteilung im Flugplan zwischen Tegel und Schönefeld auch noch einmal ganz genau an. Generell gilt dabei laut Erler im Großen und Ganzen die Devise: Leisure-Ziele eher ab Schönefeld und Business eher ab Tegel.

Trotz aller aktueller Probleme mit der Flughafeninfrastruktur und den Herausforderungen rund um die Air-Berlin-Teilübernahme ist Easyjet aber den Angaben nach im Allgemeinen zufrieden mit der Performance in der Hauptstadt. So sei die durchschnittliche Auslastung auf den Flügen von und nach Berlin zuletzt deutlich gestiegen, von 66 Prozent im Januar auf jetzt 88 Prozent. "Das ist zwar immer noch geringer als insgesamt", so Erler. Auf vielen Strecken liege der Sitzladefaktor aber auch schon bei weit über 90 Prozent.

Easyjet fliegt bereits seit 2004 nach Berlin. Mit der Übernahme eines Teils des Air-Berlin-Angebots hatte sich der Marktanteil in der Region Anfang 2018 allerdings auf einen Schlag drastisch erhöht. "Easyjet ist jetzt die größte Airline in Berlin", so Erler. Als Home-Carrier habe man mittlerweile 35 Flugzeuge in Berlin stationiert. Rund 1500 Mitarbeiter würden in der deutschen Hauptstadt für Easyjet arbeiten. Damit sei Berlin insgesamt nach London der zweitgrößte Standort für Easyjet.

Von: dh
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