Easyjet schließt Basis am Hamburger Flughafen

06.06.2017 - 18:09 0 Kommentare

Easyjet zieht sich weitestgehend aus Hamburg zurück. Die bislang drittgrößte Airline am Platz schließt zunächst die Basis und reduziert dann das Angebot.

Flugzeuge am Hamburger Flughafen. - © © dpa - Maja Hitij

Flugzeuge am Hamburger Flughafen. © dpa /Maja Hitij

Die Billigfluglinie Easyjet zieht sich im kommenden Jahr vom Hamburger Flughafen weitgehend zurück. Die bislang stationierten Jets würden abgezogen, teilte die Fluglinie am Dienstag in der Hansestadt mit.

Hintergrund für die Entscheidung seien Überkapazitäten auf verschiedenen Strecken am Hamburger Airport. "Easyjet hat nach einer ausführlichen Überprüfung des Geschäfts in Hamburg bekannt gegeben, dass die Airline vorhat, die Stationierung von Mitarbeitern und Flugzeugen in Hamburg ab Sommer 2018 einzustellen", heißt es in einer Pressemitteilung.

Aktuell gebe es noch keine Änderungen im Flugplan, doch im kommenden Jahr würden die Kapazitäten um rund 70 Prozent verringert. Gegenwärtig fliegen jährlich rund 1,5 Millionen Passagiere mit Easyjet von und nach Hamburg. Im nächsten Jahr sollen es dann aber nur noch eine halbe Million sein.

Welche Flüge Easyjet im kommenden Jahr streichen wird, ist noch nicht bekannt. Aktuell bedient die Airline ab Hamburg bis zu 120 Flüge pro Woche zu 30 Zielen. Damit ist sie die drittgrößte Airline am Platz:

Top-5-Fluggesellschaften

  1. Eurowings/Germanwings: 24,8%
  2. Lufthansa: 14,5%
  3. Easyjet: 8,4%
  4. Ryanair: 7,8%
  5. Air Berlin: 4,8%

Top-5-Strecken

  1. München: 9,3%
  2. Frankfurt: 8,7%
  3. Palma de Mallorca: 6,4%
  4. Düsseldorf: 4,0%
  5. Zürich: 3,9%

Kapazitätsangebot am Flughafen Hamburg 09/2017, Quelle: ch-aviation

Brexit belastet Easyjet

Easyjet betreibt die Basis in der Hansestad seit dem Sommerflugplan 2014. Man habe sich nun entschieden, "bewusst in den Aufbau und die Stärkung führender Stellungen an europäischen Schlüsselflughäfen zu investieren". Den Mitarbeitern sollen Arbeitsplätze an anderen Easyjet-Standorten angeboten werden.

Neben Hamburg unterhält Easyjet aktuell weitere 26 Basen in ganz Europa. In Deutschland verbleibt nach dem Rückzug in Hamburg die Easyjet-Basis in Berlin. Dort sind zwölf Flugzeuge stationiert.

© dpa, EPA/OLAF KRAAK Lesen Sie auch: Brexit-Unsicherheit drückt Easyjet tief ins Minus

Die Brexit-Unsicherheiten belasten den britischen Billigflieger derzeit stark. Der Lowcoster steckt aktuell Millionensummen in ein Zukunftskonzept, das den Aufbau eines separaten Flugbetriebs innerhalb der EU vorsieht. Dadurch hofft Easyjet auch nach dem Brexit noch Flüge zwischen Flughäfen innerhalb der EU anbieten zu können. Im ersten Geschäftshalbjahr musste die Airline umgerechnet rund 226 Millionen Euro Verluste verbuchen.

Nicht nur Easyjet, auch Ryanair und Germanwings und kleinere Anbieter wie Norwegian nutzten den Airport für ihre Expansion in Norddeutschland. Im vergangenen Jahr zählte der Flughafen Hamburg 16,2 Millionen Passagiere, rund vier Prozent mehr als 2015. Während die Fluggastzahlen weiter steigen, sinkt die Anzahl der Flugbewegungen. Neben dem Vorfeld erweitert der Flughafen Hamburg den Terminalbereich.

Von: dh mit dpa
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