Easyjet weiter an Alitalia interessiert

24.07.2018 - 08:21 0 Kommentare

Das Interessenfeld um die italienische Alitalia hat sich noch nicht ganz gelichtet: Neben Lufthansa ist auch Easyjet weiterhin interessiert. Man beobachtet die aktuellen Entwicklungen ganz genau.

Johan Lundgren. - © © Easyjet -

Johan Lundgren. © Easyjet

Easyjet-Chef Johan Lundgren hat bekräftigt, immer noch Interesse an einer Übernahme von Alitalia zu haben. Er müsse aber mit der neuen italienischen Regierung sprechen, um "herauszufinden was sie denken", sagte er der Zeitung "Corriere della Sera".

Zuletzt war es um Easyjet als Käufer für die im Frühjahr vergangenen Jahres insolvent gegangene Airline still geworden. Stattdessen konzentrierte sich der Verkaufsprozess auf den Lufthansa-Konzern, der mit Air Dolomiti bereits im italienischen Markt aktiv ist.

Airlines in Italien
Angaben in Prozent
Ryanair 22.2
Alitalia 19.3
Easyjet 11.7
Vueling 3.8
Volotea 3.2
Lufthansa 2.8
Air Italy 2.6
Wizz Air 2.3
British Airways 2.0
Übrige Airlines 30.1

Quelle:

"Italien ist für uns ein spannender und wichtiger Markt - der wichtigste in Europa außerhalb unserer Heimatmärkte", hatte Kranich-Hub-Chef Harry Hohmeister jüngst im Interview mit airliners.de gesagt. "Nichtsdestotrotz: Für eine Alitalia im gegenwärtigen Zustand interessieren wir uns nicht."

Lufthansa legt detaillierten Plan vor

Bereits im vergangenen Jahr kristallisierte sich Lufthansa als Käufer für den ehemaligen Staatscarrier heraus. Der italienischen Regierung hatte der Konzern einen Plan für eine restrukturierte Alitalia vorgelegt.

In ihrer bisherigen Form gelte Alitalia als "unsanierbar". Der Lufthansa-Plan enthalte laut Medienberichten den Abbau von rund 6000 Arbeitsplätzen sowie die Streichung von Kurz- und Mittelstreckenflügen. Doch genau der Stellenabbau sorgte für Protest der Gewerkschaften.

Ebenfalls soll der Kaufpreis im Fokus einer Debatte gestanden haben: Lufthansa bot 250 Millionen Euro, die drei von der italienischen Regierung eingesetzten Sonderverwalter drängen aber wohl auf mindestens 400 Millionen Euro.

Rom will Mehrheit am Carrier behalten

Jüngst bekommt Lufthansa auch noch Gegenwind von der italienischen Regierung. Verkehrsminister Danilo Toninelli betonte kürzlich, Italien wolle 51 Prozent der Airline behalten. Davor war lediglich davon die Rede, dass maximal eine Sperrminorität von 25 Prozent beim Staat verbleiben sollte.

Die Investoren werden die Mission haben, die Flugzeuge fliegen zu lassen und nichts Anderes.

Danilo Toninelli, Verkehrsminister von Italien

Eine wahrscheinliche Option für den Verbleib der Anteile in Italien sei tatsächlich eine staatliche Lösung, berichtete der "Corriere della Sera". Zwei öffentliche Institutionen könnten je die Hälfte der 51 Prozent übernehmen: die Investitionsbank CDP und die Agentur für Wirtschaftsförderung Invitalia.

Unter staatliche Sonderverwaltung gestellt

Als ausländischer Investor hatte sich zuletzt die Etihad Group mit einer Minderheitsbeteiligung von 49 Prozent bei der italienischen Fluggesellschaft eingekauft. Der Golf-Carrier verweigerte aber im vergangenen Jahr wie bei Air Berlin weitere Zuschüsse, nachdem eine Sanierung der Alitalia gescheitert war.

© ANSA/dpa, Ettore Ferrari Lesen Sie auch: Drei Airlines kämpfen gegen Alitalia-Kredit

Alitalia wurde daraufhin unter staatliche Sonderverwaltung gestellt. Dank eines Übergangskredits kann der Flugbetrieb weiter aufrecht gehalten werden. Die Verkaufsfrist wurde zuletzt bis Ende Oktober verlängert.

Von: cs
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