Easyjet verhandelt weiter mit Air Berlin

16.10.2017 - 11:40 0 Kommentare

Easyjet will in Berlin-Tegel groß durchstarten. Mit Air Berlin verhandelt der Billigflieger daher auch nach dem Teilverkauf an Lufthansa weiter. Undurchsichtig bleibt, worüber genau. Derweil drängt die Zeit.

Flugzeuge am Köln/Bonn Airport. - © © Flughafen Köln/Bonn -

Flugzeuge am Köln/Bonn Airport. © Flughafen Köln/Bonn

Nach dem Verkauf großer Teile an die Lufthansa verhandelt Air Berlin weiter mit Easyjet über einen Verkauf. Die britische Billigairline hatte am Freitagabend bestätigt, Interesse an Teilen der Air Berlin zu haben.

Den knappen Angaben nach verhandelt Easyjet um "einen Teil der Operations in Berlin-Tegel". In der Folge könnte Easyjet "bis zu 25 Flugzeuge am Flughafen Berlin-Tegel betreiben", schreibt Easyjet. Aktuell betreibt Easyjet in Berlin-Schönefeld eine Basis mit zwölf Flugzeugen.

Unklar bleibt für Beobachter weiter, woran genau das Interesse des Billigfliegers liegt: Eigene Flugzeuge besitzt Air Berlin nicht und der noch verfügbare "AB"-Flugbetrieb ist hoch überschuldet. Lufthansa übernimmt derweil bereits die beiden schuldenfreien Flugbetriebe Niki sowie LGW von der insolventen Mutter. Die Flugzeuge selbst kauft Lufthansa separat von den Leasinggebern.

Entscheidung schon in der kommenden Woche

Air Berlin hatte in den vergangenen gut drei Wochen exklusiv mit Lufthansa und Easyjet verhandelt. Bei den Gesprächen über die Zukunft der Teile von Air Berlin, die nicht von der Lufthansa übernommen werden, drängt die Zeit. Ein Kaufinteressent neben Easyjet ist der Ferienflieger Condor. Ein Sprecher von Air Berlin machte keine Angaben dazu, ob es auch mit Condor Gespräche gibt.

© dpa, Lesen Sie auch: Spohrs Pläne für Air Berlin

Die Air-Berlin-Gläubiger wollen am 24. Oktober über den Verkauf entscheiden, anschließend prüft die europäische Wettbewerbsbehörde in Brüssel das Geschäft. Das wird voraussichtlich mehrere Monate dauern. Erst dann kann der Kauf formal vollzogen werden.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft ist seit Mitte August insolvent. Der Flugbetrieb seitdem war nur durch einen Kredit des Bundes über 150 Millionen Euro gesichert. Am Abend des 27. Oktober soll der Flugbetrieb unter AB-Flugnummer eingestellt werden. In einem separaten Verfahren sucht das Air-Berlin-Management außerdem noch Käufer für die Techniksparte. Die Bieterfrist wurde bereits zwei Mal verlängert.

© Air Berlin, Lesen Sie auch: Lufthansa-Zuschlag bedroht Zukunft der Air Berlin Technik

Von: dh mit dpa
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