Easa legt Vorschläge für strengere Pilotenkontrollen vor

17.08.2016 - 11:03 0 Kommentare

Die Easa hat jetzt Vorschläge für strengere medizinische Untersuchungen von Piloten vorgelegt. Die EU-Luftsicherheitsbehörde zieht damit Konsequenzen aus dem Germanwings-Unglück im März 2015.

Cockpit einer Boeing 737-700 - © © airteamimages.com - JPC van Heijst

Cockpit einer Boeing 737-700 © airteamimages.com /JPC van Heijst

Als Reaktion auf den Germanwings-Absturz im März 2015 hat die europäische Luftsicherheitsbehörde Easa Vorschläge zur strengeren medizinischen Überprüfung von Piloten vorgelegt. Die Anfangsuntersuchungen und auch die wiederkehrenden Untersuchungen sollten verstärkt werden, teilte die Behörde jetzt in Köln mit.

Dabei sollen unter anderem auch Drogen- und Alkoholtests inbegriffen sein. Bei psychiatrischen Erkrankungen sollen die Nachfolgeuntersuchungen verbessert werden.

Die Vorschläge - die die EU-Arbeitsgruppe bereits Mitte vergangenen Jahres empfohlen hatte - sind Grundlage für Entscheidungen der EU-Kommission. Über schärfere Kontrollen auf EU-Ebene wird diskutiert, nachdem ein Germanwings-Pilot im vergangenen Jahr ein Passagierflugzeug in den Alpen zum Absturz gebracht hatte. Später wurde bekannt, dass der Pilot jahrelang unter psychischen Problemen gelitten und deswegen auch Ärzte aufgesucht hatte.

Bundestag hat bereits neue Regeln verabschiedet

Der Bundestag hatte bereits im April grünes Licht für strengere Pilotenkontrollen gegeben. Nach dem neuen Gesetz sollen Fluggesellschaften untersuchen, ob ein Pilot bei Dienstantritt unter dem Einfluss von "Medikamenten, Alkohol oder anderen psychoaktiven Substanzen" steht, wenn ein entsprechender Verdacht besteht. Auch Zufallskontrollen sind geplant, genauso wie eine Datenbank.

Dass die Piloten nichts von den Kontrollen halten, ist schon länger bekannt. "Irgendeiner wird den Kollegen schon mitteilen, dass eine Kontrolle stattfindet", sagte der Sprecher der Vereinigung Cockpit, Markus Wahl, anlässlich des Bundestags-Beschlusses. Laut VC würden die Tests eine ganze Berufsgruppe unter Generalverdacht stellen.

Erste Reaktionen der Fluggesellschaften auf die Katastrophe hatte es bereits wenige Tage nach dem Absturz gegeben. Seitdem müssen bei vielen Fluglinien immer zwei Personen im Cockpit sein.

Eine A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings war im März 2015 in den französischen Alpen zerschellt. Der Co-Pilot brachte die Maschine laut den Ermittlern absichtlich zum Absturz. Alle Meldungen zum Germanwings-Unglücksflug 4U9525 gibt es auf unserer Themenseite. Foto: © dpa, Oliver Berg

Von: AFP, gk
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