Europäisches LTE-Netzwerk EAN für Flugzeuge fertig

07.02.2018 - 10:09 0 Kommentare

300 LTE-Basisstationen auf dem Boden kümmern sich in Zukunft um die Internetversorgung von Flugzeugen. Hohe Bandbreiten sind damit ohne große Satelliten-Nutzung möglich - aber nur in Europa.

Die Positionen der LTE-Basisstationen für das EAN. - © © Deutsche Telekom -

Die Positionen der LTE-Basisstationen für das EAN. © Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom hat das European Aviation Network (EAN) fertiggestellt. In insgesamt 28 Ländern auf dem europäischen Kontinent hat die Telekom 300 Basisstationen mit LTE-Antennen verteilt. Das reicht, um große Teile der europäischen Landmasse und Teile der Meere abzudecken.

Als Rückfallebene kommt aber trotzdem noch Satelliten-Technik zum Einsatz. Inmarsat nutzt dafür das S-Band, um etwa größere Luftwege über Wasser abdecken zu können. Das ist etwa zwischen Norwegen und Schottland notwendig. Kleinere Wasserflächen, wie etwa den Ärmelkanal, können von den Bodenstationen abgedeckt werden.

© Lufthansa, Lesen Sie auch: Wie das schnelle Internet ins Flugzeug kommt Hintergrund

Der erste Kunde wird laut der Deutschen Telekom British Airways sein. Die Flugzeuge werden, zumindest bei LTE-Empfang, bis zu 75 Megabit pro Sekunde bekommen können. Genug um bei einem typischen Mittelstreckenjet für jeden Passagier eine annehmbare Geschwindigkeit zu erreichen. Die Passagiere selbst nutzen LTE aber nicht. Das LTE-Signal wird in der Maschine verarbeitet und per WLAN zur Verfügung gestellt. Zu den S-Band-Geschwindigkeiten äußert sich das Unternehmen nicht.

Kurze Ping-Zeiten zu erwarten

Zudem werden Internetdienste sehr schnell reagieren. Eine Latenz von unter 100 Millisekunden ist per LTE zu erwarten. Das dürfte vor allem jüngere Passagiere freuen, die unterwegs auch einmal ein Online-Spiel spielen wollen.

Die Telekom spricht allgemein von einem kostengünstigen System. Auf teure Satelliten kann weitestgehend verzichtet werden. Wie die Preise letztendlich aussehen bleibt aber ohnehin den Fluggesellschaften überlassen. Bis zur Jahresmitte 2018 sollen die ersten Maschinen mit EAN-Diensten abheben, sollte es zu keinen Komplikationen kommen.

© Screenshot: airliners.de, Retusche: Placeit.net Lesen Sie auch: So werden Internet und WLAN im Flugzeug verteilt Hintergrund

Die drohen nämlich von Viasat, die den Start von EAN mit mit Rechtsmitteln verhindern wollen. Viasat ist der Meinung, dass das verwendete Frequenzband nur für Satelliten-Funk verwendet werden darf und nicht von Bodenstationen aus zum Einsatz kommen soll. Nach einer Stellungnahme von Inmarsat, die Airliners.de vorliegt, macht sich der EAN-Verbund aus Inmarsat und Deutsche Telekom keine Sorgen und vertritt diese Meinung naturgemäß nicht.

Von: as
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