Jahresprognose bestätigt EADS legt bei Gewinn stark zu

08.11.2012 - 16:11 0 Kommentare

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS spürt bisher keine Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftsabkühlung und hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres bei steigenden Umsätzen seinen Gewinn verdoppelt.

Tom Enders vor der EADS Hauptversammlung 2012 - © © dpa - Marquardt

Tom Enders vor der EADS Hauptversammlung 2012 © dpa /Marquardt

Glänzende Geschäfte bei Airbus trösten den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS nach der geplatzten Fusion mit dem britischen Rüstungsriesen BAE Systems. Im dritten Quartal verdiente das Unternehmen dank seiner wichtigsten Tochter im operativen Geschäft deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr sieht Vorstandschef Tom Enders den Konzern auf Kurs. Dabei sollen mehr Flugzeuge die Airbus-Hallen verlassen als jemals zuvor. Geplant sei die Auslieferung von 580 Maschinen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Auch die Auftragslage sei robust. Allerdings schwächelt das Flaggschiff A380.

Der operative Gewinn legte im Sommerquartal um zwei Drittel auf 537 Millionen Euro zu. Unter dem Strich verdiente EADS 309 Millionen Euro. Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro.

Im Vorjahreszeitraum hatte der Reingewinn ein Prozent höher gelegen, damals hatte der Konzern allerdings einen Sondergewinn aus der eingestellten Produktion des Langstreckenfliegers A340 verbucht. Auf die ersten neun Monate gesehen verdiente EADS diesmal mit 903 Millionen Euro mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.

Anlass zur Freude gibt vor allem das zivile Luftfahrtgeschäft. Die Produktion läuft auf Hochtouren. Das Management rechnet für dieses Jahr mit Neubestellungen ohne Stornierungen für 600 bis 650 Maschinen. Wermutstropfen ist allerdings die schleppende Nachfrage nach dem Flaggschiff A380. Die erhofften 30 Neubestellungen scheinen immer schwerer erreichbar, wie Finanzvorstand Harald Wilhelm am Donnerstag sagte. Bislang gibt es in diesem Jahr erst Festbestellungen für vier Maschinen aus Russland sowie eine Absichtserklärung für weitere fünf Flugzeuge von Singapore Airlines.

Für das Gesamtjahr hält Konzernchef Enders an seinen Zielen fest. Der Konzernumsatz soll um mehr als zehn Prozent auf mindestens 54 Milliarden Euro wachsen. Der operative Gewinn soll vor Einmaleffekten rund 2,7 Milliarden Euro erreichen. Für den Gewinn je Aktie hat er vor Einmaleffekten rund 1,95 Euro im Auge.

Dabei rechnet EADS unter anderem die Kosten für die Flügelreparaturen am Flaggschiff A380 heraus. Wegen Haarrissen an Befestigungsklammern innerhalb der Tragflächen müssen alle A380-Jets zurück in die Werkshallen. Alleine in diesem Jahr erwartet das Management deshalb eine Belastung von 260 Millionen Euro.

Von: dpa, dapd
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