Düsseldorfer Investor übernimmt Belair

17.01.2018 - 10:02 0 Kommentare

Eigentlich sollte sie längst abgewickelt sein, doch die Insolvenz der Air Berlin hat auch die Zukunft der Tochter Belair verändert: Nun ist ein Käufer gefunden, bereits im Sommer soll der Carrier wieder abheben.

Zwei Flugzeuge der Air-Berlin-Tochter Belair stehen am 25. August 2016 in Zürich. - © © AirTeamImages.com - HAMFive

Zwei Flugzeuge der Air-Berlin-Tochter Belair stehen am 25. August 2016 in Zürich. © AirTeamImages.com /HAMFive

Die Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft SBC übernimmt nach eigenen Angaben die Schweizer Air-Berlin-Tochter Belair. Ein Kaufpreis wollten die Rheinländer auf Anfrage nicht nennen. Air Berlin bestätigt auf Anfrage von airliners.de die Transaktion.

Die SBC AG ist auf die Sanierung und Restrukturierung von Unternehmen spezialisiert. So liefen bereits Gespräche mit potenziellen Auftraggebern, damit Belair baldmöglichst den eigenen Flugbetrieb wieder aufnehmen könne.

Michael Hoevel wird neuer Chef

Unter welcher Marke und zu welchem Zeitpunkt das Unternehmen am Markt aktiv werde, stehe noch nicht fest. Das operative Management werde in Kooperation mit der In Avia Aviation Consultants GmbH erfolgen. Michael Hoevel von In Avia wird Geschäftsführer des neuen Unternehmens.

Für den Flugbetrieb müssten die Genehmigungen bei den Schweizer Behörden noch eingeholt werden. Angestrebt werde laut SBC, im Sommer dieses Jahres wieder zu fliegen.

Wir werden die Anträge schnellstmöglich stellen, um innerhalb der nächsten Monate wieder zu starten.

In-Avia-Manager Michael Hoevel, künftiger Geschäftsführer der neuen Belair

SBC nahm die Gespräche mit Belair bereits im Herbst vergangenen Jahres auf, bevor das Insolvenzverfahren um Air Berlin eröffnet war. Doch aus "insolvenzrechtlichen Gründen ist eine Veräußerung nicht möglich", hieß es damals vom Generalbevollmächtigten Frank Kebekus.

Belair sollte folglich liquidiert werden. Doch SBC unternahm Anfang des Jahres einen neuen Anlauf. Nach erneuten Gesprächen unter "geänderten Rahmenbedingungen", wie es heißt, sei nun eine Einigung erzielt worden.

Die rund 200 Mitarbeiter der Belair, denen bereits gekündigt wurde, könnten laut SBC nun auf eine Neuanstellung hoffen. "Die ehemaligen Belair-Mitarbeiter rufen wir ausdrücklich dazu auf, sich per E-Mail unter restart@flybelair.com zu melden", so Hoevel.

Seit 2009 in der Hand von Air Berlin

Belair flog komplett im Auftrag für Air Berlin. Ursprünglich sollte die Airline mit ihren fünf Maschinen komplett in der Touristiktochter Niki aufgehen, deren Verkauf aktuell noch in der Schwebe hängt.

© Edelweiss Air, Lesen Sie auch: Swiss stellt Belair-Piloten ein

Belair ist eine Ferienfluggesellschaft mit langer Tradition. Die ehemalige Swissair-Tochter gibt es als "Balair" bereits seit den 1950er-Jahren. Nach dem Aus der Swissair gründete der Reiseveranstalter Hotelplan 2001 die Belair. 2009 übernahm Air Berlin das Ruder und verbannte den eigenen Markenauftritt ihrer Tochter. Fortan waren die Belair-Flugzeuge äußerlich nur an den Schweizer Fahnen am Heck von Air-Berlin-Flugzeugen zu unterscheiden.

Von: cs
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