Düsseldorfer Flughafen wehrt sich gegen Millionenklage

24.05.2016 - 17:10 0 Kommentare

Im Falle eines Erfolgs würde dem Düsseldorfer Airport eine millionenschwere Klagewelle drohen. Ein Anwohner hat den Flughafen wegen der Verseuchung seines Grundstücks verklagt. Doch das Landgericht bescheinigt ihm nun schlechte Karten.

Luftaufnahme des Düsseldorfer Flughafens. - © © Flughafen Düsseldorf  - Ansgar M. van Treeck

Luftaufnahme des Düsseldorfer Flughafens. © Flughafen Düsseldorf /Ansgar M. van Treeck

Der Flughafen Düsseldorf muss vorerst wohl keinen Schadenersatz für die Verseuchung von Grundwasser mit der giftigen Industriechemikalie PFT zahlen. Das hat das Landgericht Düsseldorf am Dienstag deutlich gemacht. Ein Anwohner fordert wegen der Grundwasserbelastung im Düsseldorfer Norden einen Millionenbetrag.

Doch das Gericht stellte sich hinter den Flughafen: Das verseuchte Grundwasser gehöre nicht zum Grundstück, sondern sei Allgemeingut. Das persönliche Eigentum des Klägers sei somit nicht unmittelbar betroffen. Der 63-jährige Eigentümer verdoppelte seine Schadenersatzforderung am Dienstag von zwei auf vier Millionen Euro plus Zinsen. Sein Grundbesitz sei durch die Belastung unverkäuflich geworden.

Flughafen-Feuerwehr unter Verdacht

Als Verursacherin der Verseuchung mit perfluorierten Tensiden (PFT) steht die Flughafen-Feuerwehr im Verdacht: Die seit 2007 verbotene Chemikalie war bis dahin im Löschschaum enthalten und soll so ins Grundwasser gelangt sein.

Dem Kläger gehören zwei Grundstücke mit seltenem Baumbestand in einem Landschaftsschutzgebiet. Er wollte sie für 3,6 Millionen Euro verkaufen. Kaufinteressenten seien aber abgesprungen, als sie von der PFT-Belastung erfahren hätten, führt er an. Messungen der Stadt Düsseldorf hätten ergeben, dass diese vom Betriebsgelände des Düsseldorfer Airports ausgehe.

Verschulden liegt nicht vor

Ob die Flughafenfeuerwehr tatsächlich Verursacherin der Verseuchung sei, spiele letztlich gar keine Rolle, meinte die Richterin. Denn das nötige Verschulden fehle: Der jahrelang eingesetzte Löschschaum sei bis 2007 zugelassen gewesen. Erst nach und nach sei die Chemikalie PFT unter Verdacht geraten. Bis zum 21. Juni können beide Seiten noch Stellungnahmen nachreichen. Am 2. August soll das Urteil verkündet werden (Az.: 7 O 242/15).

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Der Flughafen Düsseldorf ist kein Einzelfall. Auch beispielsweise am Flughafen Nürnberg gelangten einst Löschschäume der Feuerwehr auf einem Übungsgelände in den Boden - und müssen nun aufwändig entsorgt werden.

Von: gk, dpa
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