Düsseldorfer Flughafen erzielt Erfolg vor Gericht

02.08.2016 - 17:15 0 Kommentare

Wegen einer Grundwasserbelastung mit der Industriechemikalie PFT wollte ein Anwohner einen Millionenbetrag vom Flughafen Düsseldorf vor Gericht erstreiten. Doch das konnte kein Verschulden des Airports erkennen.

Die Düsseldorfer Flughafenfeuerwehr hatte bis 2007 Schaum zum Löschen genutzt, in dem die giftige Industriechemikalie PFT enthalten war (Symbolfoto).  - © © dpa - Holger Hollemann

Die Düsseldorfer Flughafenfeuerwehr hatte bis 2007 Schaum zum Löschen genutzt, in dem die giftige Industriechemikalie PFT enthalten war (Symbolfoto). © dpa /Holger Hollemann

Obwohl die Düsseldorfer Flughafenfeuerwehr jahrelang eine giftige Chemikalie in ihrem Löschschaum verwendet hat, muss der Airport einem Anwohner keinen Schadenersatz für verseuchtes Grundwasser zahlen. Das hat das Landgericht Düsseldorf am Dienstag entschieden.

Die Flughafenfeuerwehr hatte bis 2007 Schaum zum Löschen genutzt, in dem die Industriechemikalie PFT enthalten war. Inzwischen belastet PFT das Grundwasser im Norden der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Ein Anwohner argumentierte, dass sein Grundstück durch die Belastung unverkäuflich sei. Vor Gericht forderte er einen Millionenbetrag als Schadenersatz. Zwischenzeitlich hatte der Kläger seine Schadenersatzforderung von zwei auf vier Millionen Euro plus Zinsen erhöht.

Gericht: Grundwasser ist Allgemeingut

Das Gericht argumentierte hingegen, der Einsatz von PFT sei bis 2007 zugelassen gewesen. Der Flughafen habe sich deshalb nichts zuschulden kommen lassen. Außerdem argumentierte die Kammer, dass das verseuchte Grundwasser nicht zum Grundstück des Klägers gehöre, sondern Allgemeingut sei. Das persönliche Eigentum des Klägers sei somit nicht unmittelbar von der Verseuchung betroffen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

© Hamburg Airport, Lesen Sie auch: Aufwändige Bodenreinigung am Flughafen Düsseldorf dauert bis 2027

Das Grundwasser im Düsseldorfer Norden hat deutlich überhöhte Konzentrationen der Chemikalie PFT, die im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Als belastet gilt ein rund 8,5 Quadratkilometer großes Gebiet.

Erst unlängst war am Düsseldorfer Flughafen die bereits dritte Anlage zur Grundwassersanierung in Betrieb genommen worden.

Der Flughafen Düsseldorf ist kein Einzelfall. Auch beispielsweise am Flughafen Nürnberg gelangten einst Löschschäume der Feuerwehr auf einem Übungsgelände in den Boden - und müssen nun aufwändig entsorgt werden.

Von: gk, dpa
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