Düsseldorfer Airport drohen höhere Kosten bei späten Landungen

19.11.2018 - 13:34 0 Kommentare

Dem Düsseldorfer Flughafen drohen mittelfristig höhere Zuschläge für verspätete Landungen nach 23 Uhr. Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) kritisierte im Landtag: "Die Situation am Flughafen Düsseldorf war in den letzten beiden Sommern inakzeptabel und darf sich so nicht wiederholen."

Nächtlicher Betrieb am Flughafen Düsseldorf - © © AirTeamImages.com - TT Date Taken: 7th January 2007

Nächtlicher Betrieb am Flughafen Düsseldorf © AirTeamImages.com /TT Date Taken: 7th January 2007

Der Düsseldorfer CDU-Abgeordnete Olaf Lehne sagte, die von den Grünen als zu lax kritisierte Entgeltordnung für Verspätungsflüge sei für Düsseldorf zwar bis 2020 verbindlich geregelt, Anpassungen seien aber schon im Gespräch. Nach 22.15 Uhr sollten keine Landungen mehr eingeplant werden.

Die Grünen forderten vor allem, die nächtliche Lärmbelastung durch Verspätungen wirksam zu reduzieren. Im Umfeld des größten NRW-Airports seien über 1,5 Millionen Menschen "massiv von Fluglärm belastet".

Zahl der Spätlandungen wächst kontinuierlich

Im vergangenen Jahr seien in Düsseldorf 2032 Flugzeuge zwischen 23 und sechs Uhr morgens gelandet, sagte Grünen-Fraktionschef Arndt Klocke. Seit 2013 (807 Flugzeuge) seien die Zahlen ständig gewachsen. "2018 zeichnet sich ein neuer Negativrekord ab." Bis zum September habe es hier bereits 1955 verspätete Starts und Landungen gegeben.

Es dränge sich der Verdacht auf, dass die Fluggesellschaften Ausnahmeregelungen verstärkt zur Regel machten, um wirtschaftliche Vorteile zu erzielen, kritisierte der Grüne. In den vergangenen zehn Jahren seien in Düsseldorf nur 14 Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Nachtflügen abgeschlossen worden und insgesamt nicht einmal 50.000 Euro an Bußgeldern verhängt worden.

Hamburg erhöhte Zuschläge um 700 Prozent

Am Hamburger Flughafen seien im vergangenen Jahr die Zuschläge für Starts und Landungen nach 23 Uhr auf bis zu 700 Prozent angehoben worden. Dies müsse auch in NRW geprüft werden.

Wüst betonte, der Flugbetrieb in Düsseldorf erfolge auf mehrfach gerichtlich geprüfter Basis. "Sämtliche Genehmigungen für den Betrieb sind bestandskräftig und darunter fallen eben auch die Genehmigungen für verspätete Landungen in den Abendstunden." Dennoch betrachte die Landesregierung die Entwicklung der vergangenen beiden Jahre mit großer Sorge, insbesondere die zunehmenden Landungen nach 23 Uhr. "Das will niemand: die Anwohner nicht, die Passagiere nicht und hier auch niemand." Die Landesregierung sei auf allen Ebenen an dem Thema dran.

Von: dpa, br
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