Flughafenchefs Körtgen (l), Schwarz
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Titelseite der B.Z.vom 09.05.2012
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Coverstory des Berliner Kuriers vom 09.05.2012
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Nach der verpatzten Eröffnung des neuen Hauptstadt-Airports BER reißt die Kritik an den Verantwortlichen nicht ab. Nach der kurzfristigen Eröffnungs-Absage soll einem Zeitungsbericht zufolge Chefplaner Manfred Körtgen seinen Posten räumen. Darüber wolle der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft am Mittwoch beraten, berichtete der «Tagesspiegel» (Montagausgabe) vorab unter Berufung auf brandenburgische Regierungskreise. Das Vertrauen in Körtgen, Geschäftsführer Betrieb der Flughafengesellschaft, sei erschüttert.
Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) schließt ein personelles Nachspiel nicht mehr aus. Man werde die gemachten Fehler aufarbeiten, «und gegebenenfalls müssen auch Konsequenzen gezogen werden», sagte er am Samstag beim Bürgerfest auf dem Flughafengelände.
Zuvor hatte die Lokalpresse bereits den Kopf von Wowereit selbst sowie Flughafenchef Rainer Schwarz gefordert (s. Bilderstrecke). Bei einem pünktlichen Start hätten Airport-Chef Schwarz und sein Chefplaner Manfred Körtgen nach Medienberichten eine Prämie von jeweils 50 000 Euro erhalten.
Die Eröffnung war ursprünglich für den 3. Juni geplant, musste wegen Mängeln beim Brandschutz aber auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben werden. Der Aufsichtsrat will am Mittwoch auch über einen neuen Termin für die Eröffnung beraten.
Zweifel an Terminplanung
Nach «Spiegel»-Informationen gab es schon im Herbst 2010 Zweifel an der Terminplanung. Selbst am 26. April - zwei Wochen, bevor der Eröffnungstermin gekippt wurde - habe die Flughafengesellschaft laut eines internen Protokollentwurfs noch an dem geplanten Eröffnung festgehalten, obwohl «die Bauarbeiten derzeit etwa zwei Monate im Rückstand sind».
Lufthansa-Vorstand Carsten Spohr sagte der "Berliner Morgenpost" (Samstag), es habe nicht nur beim Brandschutz gehapert. "Die IT funktioniert nicht richtig, und es gibt zu wenige Check-in-Schalter. Und: Nicht einmal unsere eigene Lounge wäre fertig geworden." Die Situation sei nicht nur für den Standort Berlin, sondern "für ganz Deutschland eine Blamage".
Nach Informationen der «Berliner Zeitung» (Montag) hatte die Deutsche Bahn die Betreiber bereits im März auf Probleme mit dem Brandschutz hingewiesen. In einem Brief an die Flughafengesellschaft habe der Konzern berichtet, der Bahnhof unter dem Terminal sei deshalb nicht funktionsbereit. «Doch unsere Bedenken wurden abgebürstet», sagte ein Bahn-Mitarbeiter der Zeitung. Dem Bericht zufolge will der Bahn-Konzern Schadenersatz verlangen.
Einem «Focus»-Bericht zufolge wäre der Flughafen auch ohne die Probleme beim Brandschutz nicht rechtzeitig startklar gewesen. Laut eines Expertenberichts seien wichtige Prozesse von Check-In über Zoll bis Boarding und Bodenverkehr im April nur zu 52 Prozent betriebsbereit gewesen.
Flughafen-Sprecher Ralf Kunkel wies die Darstellung zurück. Im April seien lediglich 52 Prozent aller Prozesse erfolgreich getestet gewesen. Der Rest sei zwar zum Teil noch nicht stabil gelaufen, zum Teil aber auch einfach noch nicht einem entsprechenden Test unterzogen worden. «Es ist und bleibt so, dass der Brandschutz der Grund für die Verschiebung der Eröffnung war», betonte Kunkel.
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