Drogenschmuggel am Frankfurter Flughafen verlagert sich

05.04.2017 - 16:00 0 Kommentare

Der Droggenschmuggel am Frankfurter Flughafen verändert sich: Insgesamt werden häufiger verbotene Substanzen gefunden, auch wenn die Gesamtmenge derer spürbar zurückgeht. Das hat einen einfachen Grund.

Ein geöffneter Beutel mit Khat. - © © Zollfahndungsamt Frankfurt  -

Ein geöffneter Beutel mit Khat. © Zollfahndungsamt Frankfurt

Kokain in einem Brustimplantat oder aufgelöst in Rum, Tausende Ecstasy-Tabletten in einer Schmuggelhose: Knapp 5300 Kilogramm Rauschgift sind im vergangenen Jahr am größten deutschen Flughafen in Frankfurt sichergestellt worden. Das waren zwar 36 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Drogenfunde ist aber gestiegen, um mehr als 180 Prozent auf rund 4700 Funde. "Wir haben eine extreme Verlagerung des Drogenschmuggels vom Reise- in den Postverkehr", sagte der Leiter des Hauptzollamts Frankfurt, Albrecht Vieth.

Rauschgiftschmuggel am Frankfurter Flughafen 2016
Gesamtmenge der Drogen in Kilogramm Anzahl der Aufgriffe
2012 793 1157
2013 763.5 1511
2014 624 1650
2015 8336 1658
2016 5296 4675

Quelle: Zollamt Frankfurt

So stieg die Zahl der Drogenfunde in der Post am Frankfurter Flughafen innerhalb eines Jahres um mehr als 230 Prozent auf 4500. Dies liege vor allem am sogenannten Darknet: Über den verborgenen Teil des Internets würden häufiger kleine Mengen Rauschgift bestellt und verschickt, sagte Vieth. Die übrigen 160 Funde verteilen sich auf Reisende, ihr Gepäck und die Fracht.

34 Drogenkuriere wurden festgenommen, darunter neun sogenannte Schlucker, die das Rauschgift im Körper transportierten. Die junge Mutter aus Kolumbien mit dem Kokain im Brustimplantat sei zu 2,5 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Frau aus Panama, die zehn Flaschen Rum mit fünf Kilo Kokain im Gepäck hatte, erhielt eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sieben Monaten, der Niederländer mit der Ecstasy-Schmuggelhose unter der Kleidung zwei Jahren auf Bewährung.

35 Hochrisikoflüge täglich

"Der Frankfurter Flughafen ist ein Drehkreuz für den weltweiten Drogenschmuggel", sagte Vieth. 2016 landeten täglich 35 sogenannte Hochrisikoflüge auf Rhein-Main, in denen der Zoll zu einem hohen Prozentsatz fündig werde. Der Rückgang der sichergestellten Menge könne möglicherweise auch damit zu tun haben, dass ein Flug von Caracas (Venezuela) nach Frankfurt gestrichen worden sei, mutmaßt Vieth.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Fraport führt Drogentests für Sicherheitspersonal ein

Mit etwa 4800 Kilo machte die Kaudroge Khat die größte Menge der entdeckten Drogen aus, gefolgt von Amphetamin (160 Kilo) und Kokain (100 Kilo). Zu den Verstecken gehörten auch Lautsprecher, eine Babywickeldecke und ein Mini-Billardtisch. "Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, wir müssen uns auf alles einstellen", sagte Vieth.

Von: cs, dpa
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