Dritte Tarifrunde im Lufthansa-Konzern gescheitert

23.01.2018 - 16:52 0 Kommentare

Die Tarifverhandlungen für die Lufthansa-Bodendienste und -Tochterunternehmen bringen erneut keine Einigung. Die Gewerkschaft Verdi droht: Sollte es Ende Januar nicht klappen, könnte es zu Streiks kommen.

Mitarbeiter von Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo. - © © dpa - Tim Brakemeier

Mitarbeiter von Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo. © dpa /Tim Brakemeier

Der Lufthansa-Konzern und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben sich am Montag wieder nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen können. Zum dritten Mal seit November wurde über die Bezahlung bei den Lufthansa-Bodendiensten sowie bei den Konzerntöchtern Lufthansa Systems, Lufthansa Service Group (LSG), Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo verhandelt. Betroffen sind rund 33.000 Beschäftigte.

Die vierte Verhandlungsrunde soll nun nach Angaben von Verdi Ende Januar stattfinden. "Falls die Runde am 30./31. Januar kein Ergebnis bringt, sind Streiks nicht mehr ausgeschlossen", erklärte Verhandlungsführerin Sabine Behle in einer Pressemeldung.

Behle weist das jüngste Lufthansa-Angebot als "nach wie vor völlig unzureichend" zurück. Der Konzern hatte den Mitarbeitern 2,6 Prozent mehr Gehalt für 18 Monate und nochmals 2,5 Prozent für weitere 18 Monate angeboten. Damit werde laut Verdi nicht einmal die für 2018 erwartete Inflationsrate ausgeglichen.

Die Gewerkschaft verlangt sechs Prozent mehr Geld für die Mitarbeiter bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und verweist auf einen Jahresüberschuss von drei Milliarden Euro im Lufthansa-Konzern. Der bisherige Tarifvertrag war zum 31. Dezember 2017 gekündigt worden.

Ufo beklagt Personalmangel

Unterdessen beklagt die Flugbegleitergewerkschaft Ufo einen drohenden Personalmangel in der Lufthansa-Kabine. Im kommenden Sommer könnten insbesondere die Purser bei der Airline knapp werden, Flugausfälle wären laut Ufo die Folge.

Fast zwei Jahre nach der Schlichtung sei der Tarifvertrag für die Kabine noch nicht vollständig umgesetzt, heißt es von Ufo. "Die Belegschaft ist zu Recht sauer, verunsichert und verlangt lautstark nach Verlässlichkeit und Teilhabe am Erfolg", berichtet Tarifvorstand Nicoley Baublies in einer Pressemitteilung.

Ufo bringt sich damit bereits wieder in Aufstellung für neue Tarifkämpfe: Für die Lufthansa-Kabine stehen der Gewerkschaft zufolge ab 2019 neue Verhandlungen an.

Von: pra
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