Unter Auflagen

Dritte Startbahn in München genehmigt

26.07.2011 - 12:16 0 Kommentare

Die Regierung von Oberbayern hat den Bau einer dritten Start- und Landebahn am Münchner Flughafen genehmigt. Der Planfeststellungsbeschluss sieht dabei allerdings auch einige Auflagen - etwa zu den Betriebszeiten der Piste - vor.

Die dritte Piste in MUC (Illustration)

Die dritte Piste in MUC (Illustration)
© Flughafen München

Die dritte Piste in MUC (Illustration)

Die dritte Piste in MUC (Illustration)
© Flughafen München

Die dritte Piste in MUC (Planfeststellungsunterlagen)

Die dritte Piste in MUC (Planfeststellungsunterlagen)
© Flughafen München

Die dritte Piste in MUC (Planfeststellungsunterlagen)

Die dritte Piste in MUC (Planfeststellungsunterlagen)
© Flughafen München

Die Regierung von Oberbayern hat den umstrittenen Bau der dritten Start- und Landebahn am Münchner Flughafen genehmigt. Gutachten hätten den Bedarf bestätigt, teilte die Behörde am Dienstag mit. Der Ausbau gewährleiste langfristig die Drehkreuzfunktion des zweitgrößten deutschen Flughafens. Mit dem Planfeststellungsbeschluss sei die rechtliche Grundlage für eine der bedeutendsten Infrastrukturprojekte in Oberbayern in den kommenden Jahren geschaffen. 

Mit der neuen, 4000 Meter langen Piste sollen künftig 120 Flugzeuge stündlich starten und landen können. Bisher lag die Kapazität bei etwa 90. Die Kosten für den Ausbau, der zu den größten Infrastrukturprojekten in Deutschland zählt, werden auf bis zu eine Milliarde Euro geschätzt. Mit der Fertigstellung wird nicht vor 2015 gerechnet.

Die Regierung von Oberbayern verband ihren Bescheid mit zahlreichen Nebenbestimmungen. So soll der Flugbetrieb auf der dritten Bahn nur von 06.00 Uhr bis 22.00 Uhr zulässig sein. In dem besonders betroffenen Freisinger Ortsteil Attaching setzte die Behörde ein Entschädigungsgebiet fest. Rund 100 Grundstückseigentümer können dort statt Schallschutzmaßnahmen oder Entschädigungen auch verlangen, dass das Grundstück von der Flughafengesellschaft zum Verkehrswert aus dem Jahr 2007 übernommen wird. Das gehe weit über die Grundsätze der Rechtsprechung hinaus, betonte die Behörde.

Auf den Tag genau vor sechs Jahren hatte der Aufsichtsrat der Flughafen München GmbH (FMG) angesichts beginnender Engpässe den Ausbau beschlossen. 26,8 Millionen Passagiere zählte der Flughafen 2004. Seitdem steigen die Zahlen. Die Krise bescherte dem Airport nur einen kleinen Einbruch. Dieses Jahr wird mit 37 Millionen Fluggästen ein Rekord erwartet. 2025 sollen es schon 58 Millionen sein.

Wirtschaft begrüßt Ausbau

Die Wirtschaft von der Tourismus- über die Luftverkehrsbranche bis zu den Spediteuren begrüßte die Entscheidung für die dritte Startbahn. «Der Beschluss zum Ausbau des Münchner Flughafens ist ein wichtiges Signal für das Industrieland Deutschland», erklärte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Klaus-Peter Siegloch, sagte in Berlin, die dritte Startbahn werde dafür sorgen, «dass Zehntausende am Drehkreuz München zusätzlich Arbeit finden». Auch der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt, nannte den Bau «dringend erforderlich».

Der Wirtschaftsexperte der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, Erwin Huber, erklärte, die Startbahn verbessere die Qualität des Wirtschaftsstandortes Bayern. «Das Exportland Bayern ist auf schnelle Verkehrsverbindungen in alle Welt dringend angewiesen.» Die Regierung von Oberbayern habe in einem aufwendigen Verfahren alle Belange umfassend geprüft. Das müssten Gegner und Skeptiker anerkennen.

Gegner planen Klagen und Demonstrationen

Anwohner und Naturschützer haben bereits Proteste und Klagen angekündigt. Sie warnen vor Lärm, Abgasbelastung und Naturzerstörung. Ihre Gegenargumente würden nicht berücksichtigt, kritisierte das Aktionsbündnis "AufgeMUCkt". Die Gegner behaupten, die Zahl der Starts und Landungen gehe seit Jahren stetig zurück. Die Zahl der Flugbewegungen sei mit rund 400.000 auf dem Niveau von 2006.

Die FMG hatte den Ausbau bereits vor sechs Jahren beschlossen. In dem langwierigen Anhörungsverfahren hatte es fast 85.000 Einwendungen gegeben. Auch Dutzende Kommunen und andere öffentliche Stellen brachten ihre Einwände vor.

Um den Gegnern ausreichend Zeit für Klagen zu geben, veröffentlichte die Regierung am Dienstag den gut 2800 Seiten starken Beschluss, verschob aber die förmliche Bekanntgabe gegenüber Bürgern, Kommunen und Naturschutzverbänden auf September. Anfang November läuft die Frist für Klagen aus. Gegner hatten befürchtet, dass der Beschluss in die Ferienzeit falle und damit kaum Chancen auf Klagen bestünden.

Der Münchner Flughafen ist der zweitgrößte in Deutschland und in Europa die Nummer sieben. Der Flughafen ist mit 30.000 Beschäftigten eine der großen Arbeitsstätten Deutschlands. Bis 2025 sollen weitere 10.000 Jobs entstehen. Der Airport gehört mit 51 Prozent mehrheitlich dem Freistaat Bayern. Der Bund hält 26 und die Stadt München 23 Prozent.

Link: Informationen zum Ausbau des Flughafens München

Link: Informationen der Regierung Oberbayerns zum Planfeststellungsbeschluss

 

 

Von: dpa-AFX, dpa, airliners.de
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