Dreyer will Nachtlandungen in Frankfurt stark verteuern

15.07.2019 - 17:30 0 Kommentare

Das Land Rheinland-Pfalz fordert erhöhte Lärmentgelte für nächtliche Starts und Landungen am Frankfurter Flughafen. Die Zuschläge sollten um 500 Prozent angehoben werden, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Derzeit betrage der Zuschlag 200 Prozent.

Fluglärm-Gegner. - © © dpa - Soeren Stache

Fluglärm-Gegner. © dpa /Soeren Stache

Verstöße gegen das Nachtflugverbot sollten nach Ansicht der rheinland-pfälzischen Landesregierung mit deutlich höheren Lärmentgelten als bisher geahndet werden. Es sei nicht zu akzeptieren, dass zwischen 23 und fünf Uhr so oft geflogen werde, teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Montag in Mainz mit. Derzeit sei bei verspäteten Starts und Landungen ein Zuschlag von 200 Prozent zu entrichten. Dreyer stellte sich hinter die Forderung der Fluglärmkommission, die sich für eine Anhebung der Entgelte um 350 bis 500 Prozent ausgesprochen habe. Der Kommission gehören auch Kommunen in Rheinland-Pfalz an, die im Umkreis des Flughafens Frankfurt von Fluglärm betroffen sind.

Die Landesregierung verwies auf Informationen des hessischen Verkehrsministeriums, wonach es im ersten Halbjahr 261 Landungen zwischen 23 und fünf Uhr am Frankfurter Flughafen gab. "Wer die Gesundheit seiner Mitmenschen durch Fluglärm in der Nacht aufs Spiel setzt, handelt in meinen Augen unverantwortlich", meinte Dreyer. Zu überlegen sei auch eine Ausweitung des Nachtflugverbots auf 6.00 Uhr.

Die Universitätsmedizin Mainz will am Dienstag neue Daten der Fluglärmmessstation des Landesamts für Umwelt auf einem Gebäude der Uniklinik vorstellen. Nach Auffassung des Mainzer Kardiologen Thomas Münzel gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen Nachtfluglärm und der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Von: dk, dpa
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