Nach der Airline-Insolvenz: Drei Retter für Niki?

14.12.2017 - 15:02 0 Kommentare

Die Air-Berlin-Tochter Niki ist insolvent und fliegt nicht mehr. Doch das bedeutet noch nicht ihr Ende. Insolvenzverwalter Flöther hat einen Schnellverkauf im Blick - Gespräche mit potenziellen Käufern laufen.

Niki Lauda, Reisekonzern Thomas Cook, Hans Rudolf Wöhrl (von links): Wer wird zum Niki-Retter? Montage: © airliners.de

Die Insolvenz der Air-Berlin-Tochter Niki bedeutet offenbar noch nicht deren aus. Zwar hat Lufthansa die Übergangsfinanzierung augenblicklich gestoppt, doch der vom Gericht bestellte Insolvenzverwalter Lucas Flöther hat einen Schnellverkauf ("Fire Sale") für den österreichischen Ferienflieger im Blick. Dieser müsste innerhalb weniger Tage zu einem Ergebnis kommen, sagte er zu airliners.de.

Ein Verkauf würde nun laut Flöther nicht mehr über die "Veräußerung der 'NIKI Luftfahrt GmbH' (Share Deal) vollzogen, sondern über den Verkauf des Geschäftsbetriebs beziehungsweise von Teilen des Geschäftsbetriebs (Asset Deal)". Dies habe laut Flöther für einen potenziellen Käufer den klaren Vorteil, dass dieser weniger Risiken tragen müsse.

Drei Interessenten zeigen sich

Indes bringen sich die Interessenten erneut in Stellung. Nachdem die Airline-Gruppe IAG verneinte, erneut Interesse an Niki zu haben, führt Airline-Gründer Niki Lauda die Liste der potenziellen Käufer an. Lauda sagte am Donnerstagmittag, er wolle "schnellstmöglich" einen Termin bei Flöther bekommen, "um weitere Schritte zu besprechen", zitiert die Nachrichtenagentur dpa.

Auch Luftfahrtsanierer Hans Rudolf Wöhrl ist unter den gegebenen Umständen einem Einstieg bei Niki gegenüber nicht ganz abgeneigt. "Unsere Intention war es zwar die ganze Air Berlin zu erhalten, allerdings bin ich natürlich interessiert daran, dass wenigstens Niki überlebt", sagte dieser zu airliners.de. Er stehe mit den verbliebenen Interessenten in engem Kontakt.

Auch die Gespräche mit Reisekonzern Thomas Cook beziehungsweise deren deutscher Tochter Condor hat Flöther dem Vernehmen nach noch einmal intensiviert. Offiziell heißt es zwar, es stünde bislang keine tragfähige Lösung im Raum, doch aus Unternehmenskreisen erfuhr airliners.de, dass Condor und Flöther weiterhin nach einer Lösung suchten.

Niki stellte Insolvenzantrag

Niki stellte am Mittwochabend einen Insolvenzantrag, nachdem Lufthansa erklärt hatte, die Übernahme der Air-Berlin-Tochter werde wohl nicht in Phase eins von der EU-Kommission genehmigt werden. Nun droht rund 1000 Mitarbeitern der Jobverlust. Nach airliners.de-Informationen gab es am Donnerstag ein Gespräch zwischen Betriebsräten von Niki und Vertretern der Gewerkschaft GPA. Einzelheiten sind bislang nicht bekannt.

© dpa, Paul Zinken Lesen Sie auch: Wien will Plätze bei Austrian für Niki-Passagiere chartern

Von: cs
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