Drei Interessenten bieten für Lufthansa-Rechenzentren

22.05.2014 - 11:20 0 Kommentare

Lufthansa verkauft ihre Rechenzentren. Die rund 1400 Mitarbeiter sollen zu einem großen internationalen IT-Konzern wechseln. Nach ersten Angeboten gehen die Verhandlungen in die heiße Phase.

Das Operation Center in Budapest übernimmt die Fernwartung für die Netzwerk- und Serversysteme der Lufthansa Systems. - © © Lufthansa Systems -

Das Operation Center in Budapest übernimmt die Fernwartung für die Netzwerk- und Serversysteme der Lufthansa Systems. © Lufthansa Systems

Die Lufthansa kommt mit dem geplanten Verkauf ihrer Rechenzentren voran. Man habe drei Anbieter angesprochen, die sämtlich Angebote abgegeben hätten, sagte Finanzchefin Simone Menne am Mittwochabend in Frankfurt. Noch im Mai sollen die Bücher einem oder mehreren Interessenten offengelegt werden, um letztlich noch in diesem Jahr zu abschließenden Verhandlungen zu kommen.

Lufthansa verlangt von den Bietern bei Übernahme der Sparte mit rund 1400 Beschäftigten den Erhalt der Standorte Kelsterbach am Frankfurter Flughafen und Budapest. Offen ist die Zukunft der Mitarbeiter in Flensburg und in den USA. Laut Medienberichten hatten sich internationale IT-Riesen wie IBM, HP und Atos für den Deal interessiert, während die deutsche T-Systems nach anfänglichem Interesse bereits abgewunken habe.

© Lufthansa Systems, Lesen Sie auch: Lufthansa spaltet IT-Bereich auf

Lufthansa trennt die Rechenzentren aus ihrer IT-Tochter Lufthansa Systems heraus, weil vergleichbare Leistungen am Markt von sehr großen Wettbewerbern billiger einzukaufen seien. Ein weiterer Preisverfall sei angesichts des scharfen Wettbewerbs in den nächsten Jahren zu erwarten, sagte Menne. Bereits heute lägen die marktüblichen Preise 30 Prozent unter den aktuellen Kosten der Lufthansa-Zentren. Die zwei weiteren IT-Sparten der Lufthansa Systems für Software-Lösungen sollen als eigenständige Gesellschaften im Konzern weitergeführt werden.

Menne äußerte sich nur vorsichtig zu den erwarteten Einsparungen, die aber bereits ab 2015 wirksam werden sollen. Angesichts der Übernahmeverpflichtungen zum Personal werde man wohl nicht den kompletten Kostenvorteil von derzeit 30 Prozent realisieren können. Die Länge der Jobgarantien sei wie die Frage eines künftigen Dienstleistungsvertrags mit dem neuen Anbieter Sache der anstehenden Verhandlungen.

Von: dpa
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